Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Indirektes Abfallaufkommen: Der „ökologische Rucksack“ ist manchmal ganz schön schwer!

Die Idee des „ökologischen Rucksacks“ beruht auf der Überlegung, wie man rechnerisch am besten vorgehen könnte, um die Menge an Natur zu verdeutlichen, die in jedem Sachgut steckt. Hier kann Schule ansetzen und ein Bewusstsein für den tatsächlichen „Preis“ eines Produktes schaffen.
 
In unserer sogenannten Konsumgesellschaft gibt es den Trend, sich ständig neue Dinge zu kaufen. Man kauft viele Produkte und nutzt sie oft nur für kurze Zeit. Um diesen Kauftrend unterstützen zu können, müssen die Waren billig produziert werden - dies geht wiederum zu Lasten der Qualität. Produkte mit niedriger Qualität sind in der Regel billiger und können in größeren Mengen gekauft werden. Aus der Forderung „Quantität statt Qualität“ lässt sich ein Zusammenhang ableiten zwischen der Nutzungsdauer eines Produktes und der Anzahl an vergleichbaren Produkten, die jemand besitzt.

Ein derartiges Vorgehen führt allerdings zu einem viel höheren Ressourcenbedarf als für die Befriedigung der tatsächlichen Bedürfnisse eigentlich erforderlich wäre. Um dies sichtbar zu machen, wurde die Idee des „ökologischen Rucksacks“ geboren.

Schulen sind nicht nur Lernort oder Arbeitsplatz - sie sind Teil des gesellschaftlichen Systems und ein aufwändiger Gebäudekomplex. In diesem Zusammenhang können durch Schulen (mit-)induzierte Abfallströme entstehen, die bedeutenden Einfluss auf das gesamte Abfallaufkommen haben, möglicherweise in einer ähnlichen Größenordnung wie „die Schule“ selbst. Gerade Jugendliche stehen dem Einkaufen nach dem Motto „Quantität statt Qualität“ in der Regel sehr aufgeschlossen gegenüber und werden durch ihr Umfeld häufig auch darin bestätigt. Genau hier kann die Schule ansetzen und ein Bewußtsein dafür schaffen, unter welchen Bedingungen welche Produkte wie produziert werden und wieviel „Abfall“ schon entstanden ist, bevor man das Produkt überhaupt in Händen hält. Hier kann Schule ein Bewußtsein dafür schaffen, dass der „Preis“ für ein Produkt oft deutlich höher ist, als man tatsächlich dafür bezahlt.

Beispiele für Quellen von indirektem Abfallaufkommen finden Sie auch hier:  Indirektes Abfallaufkommen - Beispiele gibt es viele
 

Die Idee des „ökologischen Rucksacks“

Die Idee des „ökologischen Rucksacks“ beruht auf der Überlegung, wie man rechnerisch am besten vorgehen könne, um die Menge an Natur zu verdeutlichen, die in jedem Sachgut steckt. Der 'ökologische Rucksack' ist definiert als die Summe aller natürlichen Rohmaterialien von der Wiege bis zum verfügbaren Werkstoff oder zum dienstleistungsfähigen Produkt in Tonnen Natur pro Tonne Produkt, abzüglich dem Eigengewicht des Werkstoffes oder Produktes selbst, gemessen in Tonnen, Kilogramm oder Gramm.

Das Gewicht einer Mausefalle beispielsweise sagt wenig darüber aus, wieviel Holz aus dem Wald geholt werden musste, um das Brettchen zu schneiden. Und das Gewicht der Stahlfeder gibt keine Auskunft über den Abraum, welcher zur Erzgewinnung aus einem geologisch gewachsenen Platz bewegt werden musste, bzw. wie groß der Transportaufwand war oder wie viele natürliche Ressourcen für den Bau der Hochöfen für die Stahlgewinnung nötig waren.

Man kann aber alle Prozessschritte von der fertigen Mausefalle zurück verfolgen zu dem Punkt, an dem die natürlichen Rohmaterialien ursprünglich gewonnen wurden, also 'bis zur Wiege' des Produkts. Man kann diesen Weg 'materiell' zurückverfolgen und so die Prozessketten aufrollen. Man kann ihn zusätzlich auch 'geografisch' nachvollziehen, also fragen, aus welchem Land oder aus welcher Gegend die einzelnen Materialien kommen.

Die Internetsuche nach dem Stichwort „ökologischer Rucksack“ bietet viele Details.

Quelle (Stand August 2004)
 Umweltdatenbank -Lexikon
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-21

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