Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Schule und Littering

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Warum soll sich die Schule mit Littering beschäftigen?

Gerade Jugendliche gehören zu den Hauptverursachern des Litterings. Die Gründe, warum gerade sie für zunehmende 'Vermüllung' mitverantwortlich sind, können in einer Rebellion und Auflehnung gegen unsere erwachsene Gesellschaft und deren Übereglement zu finden sein.

Littering ist ein Phänomen, das sich vor allem in den letzten Jahrzehnten stark entwickelt hat und zu einem großen Teil mit dem veränderten Konsumverhalten und dem Mehr an Verpackungsmaterial einhergeht.

Wer kennt das nicht: Kaugummis auf den Stühlen, Graffiti auf der Schulmauer, achtlos weggeworfenes Verpackungsmaterial auf Großveranstaltungen und Zigarettenstummel im Haltestellenbereich, um nur einige Beispiele zu nennen. Laut einer australischen Studie gehören gerade die Jugendlichen über 15 Jahren - zumeist in Gruppen - zu den Hauptverursachern des Litterings. Mit ein Grund, warum das Thema „Littering“ auch für Schulen interessant ist.

Warum SchülerInnen littern

Littering ist ein sehr vielschichtiges, „leises“ Thema und lässt sich nur vordergründig mit Müllsammelaktionen, Abfallvermeidung, Entsorgungsfragen oder Sanktionsmaßnahmen wie z.B. höheren Strafen lösen. Das eigentliche Problem beim Littering ist der bewusste oder zumindest achtlose Akt des Wegwerfens oder Liegenlassens. Eine aktive Handlung sozusagen. Es kann aber auch eine aktive Handlung sein, den eigenen Abfall nicht liegen zu lassen. Hierin liegt gleichzeitig auch der Lösungsansatz.

Es lohnt sich, etwas tiefer zu schürfen und dem Thema in seinen verschiedenen Facetten auf den Grund zu gehen. Littering kann ein Akt der Rebellion und Auflehnung gegen unsere erwachsene Gesellschaft und deren Reglement sein - eine teilweise übereglementierte Gesellschaft, in die sich Jugendliche zwischen gewünschten Werten der Erwachsenen und bestimmten gesellschaftlichen Vorgaben schlussendlich einfügen müssen. Dabei stoßen sie auf viele Ungereimtheiten, die sich aus einem Widerspruch von gewünschten Werten und tatsächlichem Umgang damit ergeben.

Junge Menschen wollen in ihren Bedürfnissen und Nöten vor allem ernst genommen werden. Oft wird ihnen aber nicht der innere Raum bzw. die nötige positive Grundhaltung entgegengebracht, ihre eigenen Werte zu entdecken und zu entwickeln. Auch in der Öffentlichkeit werden ihnen Räume zugeteilt, an deren Entwicklung und Gestaltung sie nicht wirklich beteiligt waren. Es fehlen Orte für Jugendliche, wo sie sich treffen, selbstständig organisieren und austauschen können.

Dies können Gründe sein, warum Jugendliche rebellieren, warum sie Littering als ein bewusstes oder unbewusstes Ausdrucksmittel wählen.

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Wie können Schulen das Thema „Littering“ aufgreifen?

Grundsätzlich sollte geklärt werden, ob Littering an der Schule oder im breiteren Umfeld als Problem gesehen und erkannt wird. Fällt den SchülerInnen Littering auf, stört es sie oder ist es durch unser ständiges Bemühen, Abfall wegzuräumen, keine bewusste Handlung mehr? Wenn ja, wo und warum findet Littering statt, ist es auch ein Problem an der eigenen Schule? LehrerInnen können Jugendliche hier in erster Linie anregen, ihre Neugierde wecken und aufmerksam machen.

Ziel sollte daher sein, sich gemeinsam auf die Suche nach möglichen Gründen und deren Ursachen zu machen. Danach können individuelle Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Siehe auch:  Projekte für den Untericht

Internationale Aktionstage wollen Interesse und Sensibilität für wichtige Themen unserer Zeit bewirken. Durch die Integration solcher Tage in Ihre pädagogische Arbeit können Sie und Ihre SchülerInnen auf vielfältige Weise profitierten. Mit dem Aktionstage Kalender können Sie sich über eine Auswahl an umwelt- und nachhaltigkeitsrelevanten Aktionstagen informieren. Machen Sie mit bei den  Aktionstagen für Umwelt und Nachhaltigkeit!
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-20

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