Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Macht es denn einen Unterschied ob Energie aus erneuerbaren oder nicht-erneuerbaren Energieträgern kommt?

Für das reibungslose Funktionieren der Gesellschaft und ihr Wohlergehen benötigen wir Energie, um unserem Bedarf an Wärme, Beleuchtung, Elektronik und mechanischer Kraft gerecht zu werden. Während des vergangenen Jahrhunderts war die Menschheit dafür weitgehend von fossilen Energieträgern - vor allem Kohle und später Erdöl und -gas - abhängig. Auch heute basiert noch ein Großteil aller Volkswirtschaften auf derartigen Energieressourcen. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden aber immer stärkere Bedenken gegen den sorglosen Umgang mit so genannten 'nicht-erneuerbaren' Energieträgern laut. Durch ihr begrenztes Vorkommen besteht eine stete Verknappung bis hin zum völligen Versiegen. Mit der weltweit steigenden Bevölkerungszahl und dem damit verbundenen Energiebedarf rückt dieser Zeitpunkt immer näher, und auch neu entdeckte Ölfelder ändern nichts daran, dass früher oder später die natürlichen Grenzen dieser Hauptenergiequelle ereicht werden.

Mit dem Verbrauch fossiler Energieträger steht aber noch ein viel dringlicheres Problem in Verbindung: die Klimaerwärmung als Folge des menschlich verstärkten Treibhauseffekts. Eigentlich ist der Treibhauseffekt nichts Neues, schließlich läge die durchschnittliche Temperatur auf der Erde ohne ihn bei -18°C. Nur durch sein natürliches Zustandekommen behält die Erde eine durchschnittliche Temperatur von angenehmen +15°C. Der Grund dafür liegt - vereinfachend dargestellt - in der Tatsache, dass ein Teil der von der Erde reflektierten Sonnenstrahlung durch Wasserdampf und so genannte Spurengase am Verlassen der Atmosphäre gehindert wird und so wieder auf die Erde zurückwirkt. Dieser Vorgang erinnert an Treibhäuser, wie sie in der Landwirtschaft verwendet werden.

Mehr zum Kimawandel - seinen Hintergründen und Ursachen - lesen Sie hier:  Themenseiten zum Thema Klima

Bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern kommt es zur Freisetzung von Kohlendioxid (CO2), das sich als Spurengas in der Atmosphäre anreichert und zu einer Verstärkung des Treibhauseffekts führt. Folglich kann immer weniger Wärme durch die Atmosphäre nach außen abgegeben werden, und die Temperatur auf der Erde steigt. Dieser anthropogene - also menschlich verursachte - Treibhauseffekt ist verantwortlich dafür, dass die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis zum Jahr 2100 um voraussichtlich 1,4°C bis 5,8°C steigen wird. Die Folgen eines derartigen Temperaturanstiegs sind nur sehr schwer abschätzbar. Es wird aber mit Sicherheit zu einer starken Klimaveränderung samt weltweiten Auswirkungen auf die Ökosysteme, die menschliche Gesundheit, die Lebensräume und die Infrastruktur kommen.

Doch was kann gegen den globalen Klimawandel unternommen werden? Die Antwort liegt auf der Hand: Es dürfen in Zukunft nicht mehr so viele Treibhausgase im Allgemeinen und nicht mehr so viel Kohlendioxid im Besonderen in die Atmosphäre freigesetzt werden. Das 1997 von den Vereinten Nationen initiierte Kyoto-Protokoll hat den industrialisierten Ländern aufgetragen, die globale Klimaerwärmung durch eine Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen mit einem ganz konkreten Ziel zu bremsen: Die zukünftigen jährlichen Emissionen sollen um fünf Prozent unter den Wert des Jahres 1990 gesenkt werden. Das ist zwar nicht viel, und obendrein sind die USA diesem Abkommen gar nicht beigetreten, obwohl 25% der weltweit durch Menschen verursachten Treibhausgase auf ihr Konto gehen. Das Kyoto-Protokoll signalisiert aber zumindest das Bestreben der internationalen Gemeinschaft, gegen die Klimaveränderung aktiv zu werden. Siehe dazu auch den Östereichischen Klimabeirat -  Austrian Council of Climate Change

Einen wichtigen Beitrag zur Verminderung der Umweltbelastung können die so genannten 'erneuerbaren Energieträger' leisten. Als erneuerbar gilt jede Energieform, die aus einer natürlichen Ressource erzeugt und durch ihre Nutzung nicht reduziert wird. Dazu zählen vor allem Windenergie, Sonnenenergie, Biomasse und Wasserkraft (durch Klein-(Wasser-)kraftwerke - in Östereich sind das Stromerzeugungsanlagen bis zu einer Leistung von 5000 kW (in der restlichen EU 10.000 kW)). Diese erneuerbaren Energieträger haben das Potenzial, fossile Energiequellen langfristig zu verdrängen - auch wenn die Technologie in einigen Bereichen bislang noch nicht so weit fortgeschritten ist.

Durch kleine Wasserkraftwerke wird aber beispielsweise ein nicht unbeträchtlicher Teil des östereichischen Energiebedarfs gedeckt. Auch die Windenergie wird in Europa zunehmend genutzt, wobei die anfänglich höheren Energiepreise aus solchen Quellen mit der breiteren Anwendung moderner Technologien sinken. Mittlerweile befindet sich der aus diesen Quellen erzeugte Ökostrom - nicht zuletzt durch eine starke Förderung der Europäischen Union - im Vormarsch, und seit einiger Zeit ist auch für private Stromkunden ein Umstieg auf Ökostrom möglich. Damit kann jeder Einzelne einen Beitrag zum globalen Umweltschutz leisten, denn fast alle erneuerbaren Energieträger sind CO2-neutral - die Erderwärmung wird durch ihre Verwendung also nicht weiter beschleunigt. Daher macht es sehr wohl einen Unterschied, ob die Energie aus erneuerbaren oder nicht-erneuerbaren Energieträgern kommt! Siehe dazu auch die  Energieagentur.

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Zuletzt aktualisiert: 2012-06-19

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