Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Warum werden Biokraftstoffe eingesetzt?

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Für den Einsatz von Biokraftstoffen werden im Wesentlichen drei Gründe genannt:

  1. Bei der Verbrennung von fossilen Treibstoffen wird, neben anderen Luftschadstoffen, Kohlendioxid freigesetzt. Kohlendioxid fördert den Klimawandel mit möglicherweise katastrophalen Folgen. Zwar wird auch beim Verbrennen von Biokraftstoffen Kohlendioxid freigesetzt, aber nur jenes, das die Pflanzen vorher aus der Luft mittels Photosynthese entnommen haben. Bei der Verbrennung gelangt also nicht zusätzlicher Kohlenstoff - wie im Falle von Erdöl - aus fossilen Erdöllagerstätten in die Atmosphäre, sondern nur solcher, der schon vorher darin enthalten war.
  2. Erdöl ist über Jahrmillionen entstanden und nicht erneuerbar. Viele leicht zugängliche Erdölquellen zeigen bereits einen Rückgang der Fördermenge. Insgesamt geht man davon aus, dass weltweit die maximale Erdölfördermenge ('peak oil') in den nächsten Jahren überschritten werden wird. Weil immer mehr Erdölprodukte wie Diesel, Benzin und Kerosin für Autos und Flugzeuge gebraucht werden, kann das Angebot mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten. Die Erdölförderung wird dabei immer riskanter und aufwendiger, die Preise für fossile Treibstoffe werden in den nächsten Jahren empfindlich steigen. Ersatz ist nötig, und Biokraftstoff-Ausgangssubstanzen wachsen laufend nach.
  3. Die Erdölvoräte sind nicht gleichmäßig verteilt. Europa und Nordamerika, die selbst nur mehr begrenzte Mengen an Erdöl und Erdgas haben, aber sehr viel verbrauchen, könnten so auf die Dauer in eine immer stärkere Abhängigkeit von politisch instabilen Krisenregionen geraten. Biokraftstoffe würden diese Abhängigkeit verringern.

Der Einsatz von Biokrafstoffen ist nicht unumstritten


Alle drei Begründungen sind aber umstritten und erfordern eine genauere Überprüfung. So muss bei der Treibhausgasbilanzierung die ganze Prozesskette zur Herstellung von Biotreibstoffen berücksichtigt werden. Auch bei diesen Prozessen wird Kohlendioxid freigesetzt. Wenn zum Anbau von Biokraftstoffen Land gerodet wird, dann wird dabei ebenfalls Kohlendioxid freigesetzt.

Einen Peak der Erdölproduktion können Biokraftstoffe nur bedingt kompensieren, denn auch zu ihrer Herstellung wird Erdöl eingesetzt, so etwa für die Herstellung von Stickstoffdünger, mit der die Ausgangspflanzen Raps, Zuckerübe, Weizen etc. gedüngt werden.

Wenn die Rohstoffe zur Biokraftstoffherstellung importiert werden müssen, dann veringern Biokraftstoffe die energiepolitische Abhängigkeit nur in begrenztem Maße.
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-18

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