Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Treibhäuser der Zukunft
von Reinhard Kahl

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 'Wie kommt es, dass immer noch die meisten Kinder und Jugendlichen zur Schule gehen wie zum Zahnarzt? Und wie kommt es, dass immer noch viele LehrerInnen nicht SchülerInnen, sondern Fächer unterichten? Was machen Schulen, die mit diesen Traditionen brechen, anders?' Reinhard Kahl sucht Schulen in Deutschland und anderswo auf um aufzuzeigen, dass Schule gelingen kann. Seine Filme vermitteln, dass Schulen Lebens- und Lernorte sein können.

„Lernen löst bei den meisten von uns negative Assoziationen aus. Das zeigt sich im Alltag regelmäßig an der Stelle wo Eltern überlegen, ob sie ihre Kinder noch in den Kindergarten oder schon in die Schule schicken und dann sagen : 'Ach, der Ernst des Lebens kommt noch früh genug, unser Kind soll doch noch ein Jahr Kindheit haben'. Was heißt das eigentlich? Was für eine Vorstellung vom Lernen hat man, wenn man so etwas sagt? Lernen wird in dieser Kosmologie im Gegensatz zu Spielen und auch Kindheit gebracht, dabei weiß doch jeder, dass niemand so genial im Lernen ist wie Kinder.“

„Wenn man über Bildung und Lernen nachdenkt, stellt sich doch die Frage nach der Bedeutung der Erwachsenen. Was schulden die Erwachsenen der nächsten Generation? Sollte man sich nicht viel mehr Gedanken darüber machen, was die Erwachsenen bringen könnten, als darüber, was den Kinder fehlt?“

„Ein Charakteristikum der deutschen kulturellen Tradition ist das extreme Idealisieren. In Bezug aufs Lernen könnte man auch sagen, dass die Latte so hoch gelegt wird, dass viele nicht darüber springen, sondern unten durch kriechen. Viele Eltern, deren Kinder AustauschschülerInnen z.B. in den USA waren, sagen: 'Dort ist es ja so einfach, und bei uns ist es ja viel schwerer', und dass es schwerer ist, gilt bei uns schon per se als Qualitätsbeweis, aber die Frage ist doch: Was bleibt hängen?“

„'Jedes Gehirn ist nichts anderes als das Protokoll seiner Benutzung.' Das ist ein großer Satz von Manfred Spitzer, einem bekannten deutschen Hirnforscher. Die Frage ist nun: 'Was für eine Art der Benützung des Gehirns findet in der Art des Lernens, wie es im Kindergarten beginnt, in der Schule weitergeht und bis zur Hochschule führt, statt?'“

„Es ist enorm wichtig, vor allem in die Bildung der Kleinsten zu investieren - das ist es auch, was die skandinavischen Länder unter anderem auszeichnet. Dort lebt man nach dem Motto: 'Für die Kleinsten suchen wir nur die besten Leute.' Bildungsinvestitionen in der Vorschulzeit verzinsen sich übrigens für die Gesellschaft mit 12 %, während die Rendite eines Hochschulstudiums nur mehr 4 % beträgt.“

Im Rahmen der ÖKOLOG-Sommerakademie 2006 hat Reinhard Kahl einige seiner Filme präsentiert. Zahlreiche Ausschnitte aus dem Film 'Treibhäuser der Zukunft. Wie in Deutschland Schulen gelingen' können Sie auf unserer CD:  Wissen wie! Neue Lehr- und Lernformen in der Bildung für nachhaltige Entwicklung abspielen.

Sehen Sie hier ein Interview mit Reinhard Kahl:


 

Steckbrief

 Reinhard Kahl ist Journalist, Autor, Regisseur und Produzent von Fernseh- und Videodokumentationen. Im Zentrum seiner Arbeit stehen die Lust am Denken und Lernen, die Qual belehrt zu werden und die endlosen Dramen des Erwachsenwerdens.

 Das Archiv der Zukunft, eine Initiative von Reinhard Kahl und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, dokumentiert gelungenes Lernen, sammelt internationale Beispiele, zeigt Gelungenes aus Deutschland, porträtiert AkteurInnen und erzählt Geschichten. Hier können auch alle Filme von Reinhard Kahl bestellt werden.

Auch hier können Sie einen kleinen Einblick darin gewinnen, wie Schule gelingen kann:
 Bertelsmann-Stiftung: Fachkongress 'Schule in der Gesellschaft': Filme von Reinhard Kahl
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-18

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