Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

System-Denken richtet den Blick aufs Ganze

Durch die naturwissenschaftliche Ausrichtung unserer westlichen Gesellschaft sind wir meist primär in analytischem Denken geschult. System-DenkerInnen richten den Blick auf das Ganze, der sonst oft verloren geht: die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen System-Elementen.

Zusätzlich zur analytischen Ausrichtung unseres Denkens rechnen wir meist mit linearen – und damit für uns absehbaren – Entwicklungen. System-DenkerInnen wissen, dass viele Entwicklungen einen exponentiellen Verlauf haben: Lange Zeit ändert sich kaum etwas, ab einem gewissen Punkt gehen Entwicklungen sehr schnell und sind oft nicht mehr aufzuhalten oder rückgängig zu machen.

Versuchen Sie dazu die beiden Methoden:
 Polonaise - Lawinentanz
 Mittendrin


SystemdenkerInnen identifizieren Systemelemente und beschreiben die Wechselwirkungen zwischen den System-Elementen in einem System-Modell. Sie erfassen die Dynamik, die zwischen den System-Elementen entsteht, treffen Prognosen für die weitere System-Entwicklung und beurteilen und entwickeln aus dieser Kenntnis Handlungsentwürfe.

Biodiversität und System-Denken

Die Zerschneidung von Öko-Systemen durch Autobahnen, klimatisch bedingte Veränderungen von Standortbedingungen, das Einbringen von Pflanzenschutzmitteln auf landwirtschaftlichen Nutzflächen, die Überfischung von Gewässern oder das Einbringen von nicht-heimischen Pflanzenarten (=Neophyten): Durch zahlreiche Eingriffe wirken wir ständig auf Öko-Systeme, indem wir die Bedingungen für einzelne Pflanzen- und Tierarten verändern. Pflanzen- und Tierarten können niemals für sich selbst bestehen – sie stehen immer in Austausch und Abhängigkeit zu anderen Tier- oder Pflanzenarten, sei es  in Form von Fraßbeziehungen – der Specht frisst den Käfer – oder  über die „Bereitstellung“ eines Lebensraums – der Baum bietet Lebensraum für den Käfer und Nisthöhle für den Specht. Biodiversität (=Artenvielfalt) kann also nur aufrecht erhalten werden, wenn das gesamte Öko-System funktioniert. System-Denken hilft Öko-Systeme und ihre Entwicklung zu verstehen und dementsprechende Handlungen zur Erhaltung zu setzen.

Versuchen Sie dazu auch die Methode:   Die große Vernetzung
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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