Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

„Fluss-Konferenz“

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Flusskonferenzen können am Beginn eines Projektes ein ideales Instrument sein, um Ideen zu konkretisieren. Warum nicht einmal organisiert und veranstaltet von den Jugendlichen selbst?

Idee

Fluss-Konferenzen sind ein bewährtes Instrument vor allem für die Initialphase, z.B. bei der regionalen Umsetzung der Wasserahmen-Richtlinie, bei der Erstellung eines Leitbilds oder zu Beginn von Planungsprozessen wie beispielsweise einer Renaturierungsmaßnahme. In vereinfachter Form können Fluss-Konferenzen durchaus auch von Jugendlichen initiiert werden. Die Aktionsidee stammt und wurde erprobt von der NAJU (der Natuschutzjugend in Deutschland). Eine Fluss-Konferenz wird ins Leben gerufen, um Öffentlichkeit für einen Bach oder Fluss herzustellen, für die Probleme, Visionen, Ideen aus Sicht unterschiedlicher Betroffener. Die Berichte in den Medien über das Ereignis haben schon so manches ins Fließen gebracht. Doch Vorsicht: Die professionelle Organisation eines solchen Ereignisses bedeutet auch ziemlich viel Arbeit.

Vor der Aktion

In einem ersten Schritt muss so viel wie möglich an Informationen zusammengetragen werden, um zu „ExpertInnen“ des Flusses zu werden. Interessengruppen (z.B. Angler, Landwirte, Wasserwerk, Industrie-Betriebe usw.) und deren Interessen müssen in Erfahrung gebracht werden sowie sonstige zugängliche Informationen über den Fluss recherchiert (z.B. im Archiv der örtlichen bzw. Regionalzeitung, RedakteurInnen befragen, bei Ämtern wie dem Bauamt, Landwirtschaftskammer, Wasserwirtschaftsamt etc. nach Baugenehmigungen, Ausbauplänen forschen, in der Stadtbibliothek und im Heimatmuseum alte Beschreibungen, Karten und Bilder gegebenenfalls abfotografieren usw.)

Strategie

Als Einstieg bietet sich dann eine gemeinsame Flussfahrt oder Wanderung entlang des Gewässers zusammen mit KommunalpolitikerInnen und JournalistInnen an, zu der man auch mit Plakaten BürgerInnen und AnliegerInnen des Flusses einladen kann. Berichte und Leserbriefe in der Presse sowie auch parallele Schul-Projekte halten in Bewegung Gekommenes in Fluss. Die Kunst liegt darin, im Denken und Planen immer einen Schritt vor der öffentlichen Diskussion zu sein (also immer zu überlegen: was kann als nächstes passieren?), um rechtzeitig durch neue Aktionen oder Informationen in der Presse und „life“ die Diskussionen und den Dialog über „euren“ Fluss oder Bach in Gang zu halten. Möglichst auf dem Höhepunkt des Interesses und der Beschäftigung mit dem Thema sollte der Vorschlag einer Fluss-Konferenz dann über die Presse publik gemacht werden. Es soll realistisch sein, dass ab dem Zeitpunkt der Ankündigung innerhalb von ca. drei Wochen das Ereignis stattfindet.

Die Fluss-Konferenz

Die Konferenz sollte grundsätzlich als öffentliche Konferenz geplant werden. Sie kann in einer Schule, dem großen Hinterzimmer eines Gasthauses, in einem Jugendzentrum o.ä. stattfinden, sodass auch interessierte ZuschauerInnen sie verfolgen können. Für die Leitung und Moderation der Konferenz sollte am besten ein/e JournalistIn gewonnen werden, weil diese meist als neutral angesehen werden. Eingeladen sollten (deklarierte oder vermutete) BefürworterInnen und GegnerInnen, möglichst in einem ausgewogenen Verhältnis, sowie ExpertInnen (FachjournalistInnen, WasserbauexpertInnen, MitarbeiterInnen der Universität etc.) und natürlich VertreterInnen der genehmigenden Behörde sowie lokaler und regionaler Umweltverbände werden. Ziel der Konferenz sollte eine Erklärung sein, mit der sich die Beteiligten zu einer bestimmten gewünschten Maßnahme oder zu bestimmten Zwischenschritten entscheiden.

Alternative

Eine gute und vielleicht überschaubarere Möglichkeit kann es auch sein, falls schon von anderer Seite eine Fluss- Konferenz in Planung ist, im Vorfeld eine eigene für Jugendliche der Region zu veranstalten und die Ergebnisse und Vorschläge dann gut vorbereitet in die große Fluss- Konferenz einzubringen. Dabei ist es sehr wichtig, die Ziele und Vorschläge auf möglichst wenige, „knackige“ Punkte zu begrenzen (also maximal drei Hauptpunkte, besser einer oder zwei), diese können besser und öfter kommuniziert und „transportiert“ werden. Zu deren Präsentation kann man sich auch Kreatives einfallen lassen.

Quelle:

Die Idee wurde – wie auch die anderen Aktionsideen – in überarbeiter Form mit freundlicher Genehmigung entnommen von der  Naturschutzjugend Deutschland - Flussconnection.

Diese und viele andere gute Ideen und Informationen sind unter:  Naturschutzjugend Deutschland zum Thema Hochwasser zu finden.
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-14

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