Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Zeigen wie’s besser geht: Breitwasser statt Hochwasser

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Mehr als 700 BesucherInnen kamen 2003 ins südsteirische Hohenbrugg zum Au-Fest der Interessengemeinschaft „Mein Quadratmeter Raabtal“, um die größte Altarmkette Österreichs zu feiern.

Überblick

Das Raabtal in der Steiermark, einst geprägt durch die Dynamik eines mäandrierenden Tieflandflusses, wird heute wegen seiner Fruchtbarkeit landwirtschaftlich intensiv genutzt. Zudem lassen Regulierungsmaßnahmen und Zersiedelung dem Fluss kaum mehr Raum, um sich bei Hochwasser ausbreiten zu können. Die Folgen sind eine Senkung des Grundwasserspiegels sowie eine starke Schädigung des ursprünglichen Auenökosystems.

Als letzte Reste der einstigen Auenlandschaft blieben drei Altarme mit einer Länge von 2,5 km übrig. Um sie vor Abholzungen, Verlandung und Einschwemmungen aus den Monokulturen zu retten, gründeten 18 Vereinigungen eine Interessengemeinschaft mit dem Ziel, Flächen an den Altarmen anzukaufen.

Was wurde erreicht?

Mit Hilfe der Baustein-Aktion „Mein Quadratmeter Raabtal“ ist es bisher bereits gelungen, 10 ha Fläche für die Natur rückzukaufen. Unter dem Motto „Breitwasser statt Hochwasser“ wurde so für die Raab wieder Überschwemmungsraum geschaffen

Die Altarme wurden mit der Raab durch Fischtreppen verbunden und sind wichtiger Überlebensraum für Amphibien und Wasservögel. Neu angelegte Hecken und Feuchtbiotope schützen die Raab-Auen vor Überdüngung und Wasserverschmutzung. So entsteht ein wertvoller Biotopverbund – überlebensnotwendig für geschützte Arten wie Steinbeißer, Fischotter oder Eisvogel.

Im Rahmen der Kampagne  WasSerleben, getragen vom Naturschutzbund, Lebensministerium und den Österreichischen Bundesforsten, wurde das Raabtal zum Vorzeigeprojekt für natürlichen Hochwasserschutz sowie für erfolgreiche Kooperation im Naturschutz. In diesem Falle also ein glückliche Symbiose aus einem Fest für die Auen und einer Plattform für Anliegen, verbunden mit einem guten Titel, der neugierig macht.

Näheres zum Projekt 'Raabtal' finden Sie auch unter:  Wasserwirtschaft Steiermark
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-14

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