Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Flusseinzugsgebiet - was ist das?

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Besonders durch die EU-Wasserahmen-Richtlinie (WRRL) und deren Umsetzung wird ein Begriff „Furore“ machen: Das Flusseinzugsgebiet

Das Flusseinzugsgebiet ist das durch das jeweilige fließende Gewässer entwässerte Gebiet. Niederschläge, die in diesem Gebiet fallen, speisen das fließende Gewässer. Fliessgewässer sind Bäche, Flüsse oder Ströme, wobei das Einzugsgebiet eines kleineren fließenden Gewässers Bestandteil des Einzugsgebietes des größeren, in das es mündet, ist. Jeder Quellbach der Salzach hat ein bestimmtes Einzugsgebiet, das Bestandteil des Einzugsgebietes des Inn ist, das wiederum zum Einzugsgebiet der Donau gehört. Einzugsgebiete sind voneinander durch Wasserscheiden getrennt.

Auf seiner Reise nimmt das Wasser Schotter, Sand und Mineralstoffe, aber auch Düngemittel oder Abwässer mit. Auf diesem Weg gelangen diese Materialien vom Oberlauf zum Unterlauf, vielfach bis ins Mündungsgebiet und ins Meer. Die Bewohner des Oberlaufes haben damit eine Verantwortung für den gesamten Fluss. Das Einzugsgebiet eines Gewässers bildet eine Einheit: Fischarten sind typisch für ein Flussgebiet, aber auch Pflanzengesellschaften und Bodentypen bis hin zu gemeinsamen klimatischen Faktoren kennzeichnen ein Flusseinzugsgebiet. Anders als Staatsgebiete, deren Grenzen mehr oder weniger willkürlich Landschaften trennen, ist das Einzugsgebiet eine natürliche Einheit. Der Dichter Gary Snyder meint: „Landschaften haben ihre eigenen Formen und Strukturen, Zentren und Ecken, die beachtet werden müssen.“

Das Einzugsgebiet beinflusst, wer wir sind, wie wir leben, auch Musik und Kunst entwickeln sich entlang der Flüsse. Dialekte, Sprachen, aber auch Bräuche in den Alpen sind an Täler und damit an Flusseinzugsgebiete gebunden.


Lesen Sie mehr über Flusseinzugsgebiete und einzelne Projekte in der Langversion dieses Artikels von Willi Linder:  Download (pdf)

Quelle:

Publikation:  Wege zum Wasser
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-14

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