Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Ursachen des Kulturarten-Verlustes

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Internationale Abkommen stellen grundlegende Weichen für die Förderung oder Einschränkung der biologischen Vielfalt. Die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft und die Exportwirtschaft am freien Markt sind wesentliche Ursache für die Bedrohung der Vielfalt.

Internationale Abkommen wie das geltende Patentrecht der Welthandelsorganisation WTO, das internationale Abkommen zum Schutz von Pflanzensorten oder die Konvention über die biologische Vielfalt der Vereinten Nationen, die in Form nationaler Gesetzgebungen wie z.B. das Saatgutgesetz umgesetzt werden, stellen grundlegende Weichen für die Förderung oder Einschränkung der biologischen Vielfalt.

Beate Koller von der Arche Noah listet folgende Faktoren auf:
  • Übernutzung (Nutzpflanzen aus Wildsammlung).
  • Nichtnutzung & Vergessen.
  • Verdrängung durch andere Kulturarten.
  • Rückgang der Subsistenzproduktion mit gleichzeitiger
  • Vernachlässigung in der Züchtung.
  • Keine Marktbedeutung ist die Folge.

Die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft, mit der sog. 'Grünen Gentechnik' und die Exportwirtschaft am freien Markt sind wesentliche Ursache für die Bedrohung der Vielfalt in Feld und Garten. Diese Problematik wird spätestens seit Anfang der 1990er Jahre politisch wahrgenommen.

Um dem entgegen zu wirken,  fordert der Naturschutzbund Deutschland ( NABU) vor allem eine nachhaltige und ökologische Pflanzenzüchtung.

Saatgut ist Kulturerbe

Saatgut ist Kulturerbe, das auch nachfolgenden Generationen noch zur Verfügung stehen sollte. Dafür tragen wir, die heutigen Generationen, Verantwortung. Diese wichtige Aufgabe wird teilweise von Genbanken übernommen. Hier allerdings wird das Saatgut nur aufbewahrt - es kann sich nicht an die sich ändernden Umweltbedingungen anpassen. Erhaltung braucht daher mehr!

Weltweit entwickelt sich der ökologische Landbau mit enormen Wachstumsraten. Auch hier ist die Grundlage eine möglichst große Vielfalt an Saatgut - genetische Vielfalt. Nach dem europäischen Gesetz zum ökologischen Landbau  muss dieses Saatgut frei von gentechnischer Veränderung sein. Die bisherige Pflanzenzüchtung ist jedoch nicht auf den Öko-Landbau, sondern auf die konventionelle Landwirtschaft ausgerichtet. Sie arbeitet zunehmend mit bio- und gentechnologischen Methoden.

Der Öko-Landbau als ein gänzlich anderes Landwirtschaftssystem ist daher auf eine andere, eine „ökologische Pflanzenzüchtung“ angewiesen: Da er z. B. auf den Einsatz synthetisch erzeugter Biozide und Düngemittel verzichtet, braucht er gesunde und widerstandsfähige Sorten. Da Standorte mit ihren naturäumlich jeweils eigenen und sehr unterschiedlichen Bedingungen nicht überall  nivelliert werden können (z. B. durch Düngemittel), werden im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft Sorten benötigt, die den jeweiligen regionalen Besonderheiten angepasst sind (Trockenheit, Niederschläge). Eine ökologische Pflanzenzüchtung, die auf klassischen Züchtungsmethoden aufbaut, ist eine unverzichtbare Maßnahme für die Qualitätssicherung von Bio-Produkten.

Quelle:

 NABU - Naturschutzbund Deutschland
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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