Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Der Stein des Anstoßes: Die UNO-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung

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Weder haben unterschiedliche Gemeinschaften die gleiche Entstehungsweise von Problemen, noch lassen sich diese auf die gleiche Art und Weise bewältigen. Die zunehmende Globalisierung macht daher individuelles Handeln notwendig um Projekte erfolgreich umsetzen zu können.

Entstehung des Partizipationsgedankens

Durch die voranschreitende Globalisierung werden so manche Entscheidungen bezüglich regionaler Probleme auf nationaler, aber auch auf höherer Ebene für einzelne interessierte Personen, wie auch lokale Gruppen immer uneinsehbarer. Zudem ist die gewünschte Einflussnahme und Mitbestimmung der Betroffenen nicht direkt von den Entscheidungsträgern vorgesehen und hinsichtlich ihrer Wünsche und Sorgen auch nicht dementsprechend adaptiert.

Laut der UNO-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro (1992) handeln Menschen immer in ihrem räumlich und zeitlich konkreten Kontext und werden wiederum von diesem beeinflusst. Die Entstehung von Problemen und deren Bewältigung sollte daher laut Konferenz im jeweiligen soziokulturellen Zusammenhang gesehen und auch mit entschieden werden.

Aus diesem Grund sind lokale und regionale Initiativen äußerst wichtig für eine nachhaltige Entwicklung. „Think global – act local“ wurde somit zum Slogan der Konferenz. Die lokale Agenda 21 - wie sie auf der Konferenz in Rio formuliert wurde - unternimmt den Versuch, die Integration aller Interessen und Themen der gestaltenden Kräfte der Gesellschaft wie der Politik und ihrer Verwaltung, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft, zu verwirklichen. 100 Gemeinden in Österreich haben sich bereits der Idee angeschlossen und wollen den Grundgedanken der Agenda umsetzen.

Die Aarhus-Konvention – der europäische Weg zu mehr Partizipation

Um der breiten Öffentlichkeit auf politischer Basis die Grundlage zur Mitbestimmung in Umweltfragen zu liefern, wurde in der EU die AArhus Konvention ins Leben gerufen. Sie greift den Gedanken der öffentlichen Beteiligung der UNO-Konferenz auf und regelt den rechtzeitigen Zugang zu den für umweltbezogene Entscheidungsverfahren relevanten Informationen wie auch den Zugang zu Gerichten. Weiters bietet sie der Öffentlichkeit, im Besonderen den NGOs, die Möglichkeit zu diversen Projekten Stellung zu nehmen.

Der wichtige Punkt der Partizipation der Bevölkerung und deren Grenzen und Möglichkeiten wurde in ihrer genauen Definition weitestgehend den einzelnen Staaten überlassen. Es bleibt zu hoffen, dass die Beteiligung über die Informations- und Anhörungspflicht hinausgeht.

Die Konvention ist mittlerweile Gemeinschaftsrecht und muss in den jeweiligen Mitgliedsstaaten umgesetzt werden.

Entscheidungen der Verwaltungen zu diesem Thema werden 2006 erwartet.

Nähere Informationen dazu erhalten Sie beim:  Umweltdachverband


Diese Seite wurde gekürzt und überarbeitet, aus dem Beitrag von E. Partl, übernommen. Der Text kann im Original in der Broschüre  Wege zum Wasser nachgelesen werden.
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-14

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