Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Handys – kleine Köpfe stark gefährdet

Zahlreiche Studien haben sich bereits mit den Auswirkungen des Mobilfunks auf den menschlichen Organismus befasst. Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich – eines jedoch ist ganz klar: Es kann keine Entwarnung geben! Abseits jeder Panikmache sprechen sich zahlreiche ernst zu nehmende Institutionen bei der bestehenden Beweislage für Vorsicht im Umgang mit der Mobilfunktechnik, besonders bei Kindern und Jugendlichen aus!

Risikoforschung und Gesetzgebung hinken der Mobilfunk-Technik und ihrer Verbreitung weit hinterher. Langzeitwirkungen der hier verwendeten Strahlung sind noch ungeklärt und das Vorsorgeprinzip in jedem Fall angebracht. Im August 2005 hat sich die österreichische Ärztekammer mit einer Presseaussendung zu den Gefahren des Handytelefonierens an die Öffentlichkeit gewandt und dabei explizit auf die Gefahr für Kinder und Jugendliche hingewiesen. Anlass dafür war eine Studie (REFLEX-Studie), die eindeutig gentoxische Effekte auf menschliche Zellkulturen von Mobilfunkstrahlen in der Stärke, wie sie von jedem GSM-Handy erzeugt werden, nachweisen konnte. Die österreichische Ärztekammer schließt sich damit dem britischen Gesundheitsministerium und dem dänischen Gesundheitsrat an, die solche Empfehlungen bereits in den vergangenen Jahren ausgesprochen hatten. Im Sinne des Vorsorgeprinzips treten immer mehr Behörden (z.B. Russland, Deutschland, Schweiz, Italien) und unabhängige Forschungsinstitute dafür ein, die vermehrt gefundenen Hinweise auf schädliche Wirkungen ernst zu nehmen auch wenn oder gerade weil gegenwärtig noch keine abschließenden Ergebnisse vorliegen.
 

Kleine Köpfe stark gefährdet

Kinder sind stärker gefährdet, weil ihr Schädel kleiner und der Schädelknochen dünner ist. Das sensible Gehirngewebe ist der Strahlung somit stärker ausgesetzt als bei Erwachsenen. Strahlenbelastungen haben zudem größere Auswirkungen, weil der Schädelknochen stärker durchblutet und mit blutbildendem Mark gefüllt ist - damit ist die Strahlungsabsorptionsrate höher als bei Erwachsenen. Vom Kopf eines 5-jährigen Kindes wird ca. 60% mehr Energie aufgenommen als bei einem Erwachsenen. Alarmierend ist, dass bereits ca. 45% der 6- bis 9-jährigen und ca. 70% der 10- bis 14-jährigen Kinder ein Handy besitzen und benutzen.

 Strahlenarme Handys


Nähere Informationen zum Thema Handys finden Sie auch hier:
Eckerstorfer,M; Hutter, H.-P. - Broschüre: Spannungsfeld Mobilfunk (die umweltberatung)
 Gesundheitlich relevante Wirkungen elektromagnetischer Felder des Mobilfunks. Umweltmed Forsch Prax 6 (6) 2001 (pdf, 152 kB)
 Forum Mobilkommunikation
 PMI: Plattform Mobilfunk-Inititativen
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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