Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

IST-Analyse in Innenräumen

In einem partizipativen Prozess mit SchülerInnen und LehrerInnen kann „RAUM“ über Wahrnehmungsübungen erlebt werden. Eine konkrete Analyse in einem weiteren Schritt gibt schließlich Auskunft, wie Innenräume jetzt genutzt werden und wie sie in Zukunft aussehen könnten.
 

RAUM-erleben

Der konkrete Raum kann das Lernen und das Arbeiten in der Schule unterstützen, wenn er optimal gestaltet ist. Natürlich ist die Art der Tätigkeit entscheidend, aber auch das menschliche Raumerleben spielt eine wichtige Rolle: Wer sich nicht wohl fühlt, lernt und arbeitet schlechter. Ziel kann es nicht sein, dass jede Klasse dieselbe Leseecke und jede Schule eine Sitzspirale hat, aber es ist wichtig, dass gemeinsam Platz und Möglichkeiten für die vorhandenen Bedürfnisse geschaffen werden!

Eine Sensibilisierungs- und Experimentierphase vor der Analyse ermöglicht den Kindern bzw. Jugendlichen einen guten Einstieg ins Thema RAUM. Wahrnehmungsübungen sollen neugierig machen, den unmittelbaren Lebensraum Schule zu entdecken und zu erforschen.

Mögliche Fragen und Themen für den Einstieg
  • Was ist RAUM?
  • Wo ist RAUM?
  • Wie kann er sein?
  • Wofür gibt es RAUM ?
  • Wie lange bestehen RÄUME?
  • Woraus bestehen sie?
  • RAUM als Partner für die Sinne
  • RAUM-Wahrnehmung

 
Weitere Informationen finden Sie unter  Raumlabor

Am  Untersuchungsblatt 'Meine Schule' können SchülerInnen festhalten, wie sie ihre Schule wahrnehmen, wie es ihnen in bestimmten Räumen geht und was ihnen dort gefällt und was nicht. So werden auch die eigenen Bedürfnisse klarer. Liegen diese erst einmal auf dem Tisch, suchen SchülerInnen und LehrerInnen gemeinsam nach Wegen zur Umsetzung.
 

RAUM-Analyse

In einzelnen Gruppen oder Klassen kann eine Bestandsaufnahme der Innenräume erfolgen. Dazu werden die Beschaffenheit und die Nutzung von bestimmten Bereichen wie Gänge, Foyers oder Klassen genau unter die Lupe genommen. In einem weiteren Schritt kann sodann über die Möglichkeiten der zukünftigen Nutzung nachgedacht werden.
  • Welche Aktivitäten können in den Gängen stattfinden (z.B. Ausstellungen)?
  • Wie kann das Stiegenhaus verschönert werden?
  • Welche Aktivitäten kann man in wenig genutzte Räume verlagern (Bewegungsspiele, Entspannungsecken, Internetsurfen)?
  • Welche Spiele sind im Eingangsberreich der Schule für „wartende“ SchülerInnen und Eltern möglich?
  • Welche Nutzung können Schulräume außer die des Lernens haben? Eventuell sind Feste, Konzerte oder sonstige Veranstaltungen möglich.
  • Besteht Platz sowie menschliche Ressourcen für ein Schulbuffet?

 

Bestandsaufnahme und Umweltverträglichkeit der vorhandenen Baumaterialien

Die Bauwirtschaft verschlingt rund 40 Prozent unserer natürlichen Ressourcen. Auch der Energiebedarf in diesem Sektor ist außerordentlich hoch. 90 Prozent unseres Lebens verbringen wir in Innenräumen, einen großen Teil davon in der Schule. Schon eine geringe Konzentration von Wohngiften kann die Gesundheit beeinträchtigen. Deshalb sind umweltgerecht produzierte und gesundheitsverträgliche Bau- und Einrichtungsmaterialien wichtig für eine zukunftsfähige Entwicklung.

SchülerInnen können bei ihrer fertigen Schule meist keinen Einfluss auf Baumaterialien und Schulmöbel nehmen. Eine Ist-Analyse der verwendeten Baustoffe und ihrer Umweltverträglichkeit ist jedoch interessant, da sie Bewusstsein schafft und motiviert, bei Umgestaltungen ökologischen Aspekte einfließen zu lassen und umweltverträgliche Baustoffe zu verwenden.

Mit der  Checkliste 'Baustoffe' können SchülerInnen ihr Schulgebäude erkunden. Als AnsprechpartnerInnen sind hier vor allem SchulwartInnen (sie kennen sich im Gebäude gut aus) und WerklehrerInnen (sie können beim Bestimmen von Materialien helfen) wichtig. Auch ArchitektInnen und Baufirmen können weiterhelfen.

Eine interessante und detaillierte Checkliste im Sinne der Nachhaltigkeit zu allen schulrelevanten Themen finden sie in den beiden Broschüren 'Umweltschutz in Schulen I und II'. Gegen einen kleinen Betrag können die Unterlagen über  umweltschulen.de bezogen werden.
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

 zurück zur vorigen Seite