Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Prinzipien hinter der Learnscapes-Idee

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Die Anforderungen an die Schule und ihre Schulfreiflächen haben sich in den letzten Jahren stark erhöht. Unter Einbeziehung dieser so genannten Learnscape-Prinzipien werden kreative und hochqualitative Flächen geschaffen, die Möglichkeiten für Spiel, Spaß und Lernen bieten.

Learnscaping setzt zahlreiche Ansprüche an die Gestaltung von Schulfreiflächen. Damit diese Flächen den Herausforderungen als pädagogischer, sozialer und ökologischer Lernort entsprechen, müssen eine Reihe von Anforderungen erfüllt werden. Diese Anforderungen werden unter den Learnscape-Prinzipien zusammengefasst
  • Multifunktionalität
  • Öffnung und Mehrfachnutzung
  • Ökologie und Nachhaltigkeit
  • Gender Equality

 

Multifunktionalität

Schulfreiräume sind Bewegungsräume, die einen Ausgleich zum Sitzen in den Unterrichtsräumen darstellen. Denn Kinder verbringen gerade in unserer heutigen Zeit sehr viel Freizeit vor dem Computer, Fernseher oder im Spielzimmer. Auch die Zeit in der Schule ist vorwiegend ans Klassenzimmer angepasst. Wollen sich Kinder aber gesund entwickeln, sind Bewegung, Spiel und Spaß ein wichtiger Bestandteil.

Nehmen Erwachsene Informationen und Wissen in erster Linie audiovisuell wahr, so erfahren vor allem jüngere Kinder Informationen mit allen Sinnen. Das heißt, gelernt wird ganzheitlich über das eigene Tun. Nur durch Bewegen, Ausprobieren und Handeln werden die notwendigen Erfahrungen gemacht. Beim Spielen lernen Kinder Kreativität, Selbstständigkeit, Spontaneität und Verhalten in der Gruppe.

Neben den aktiven Bereichen ist es auch wichtig ruhige Zonen, die Rückzugsort sein können, zu schaffen. Die Anforderungen an die Ausstattung dieser Räume sind jedoch, dem Alter der SchülerInnen entsprechend, sehr unterschiedlich. Es empfiehlt sich daher Räume so zu gestalten, dass sie von den SchülerInnen selbst leicht verändert bzw. adaptiert werden können.

Learnscapes sind vor allem dann interessant, wenn viele Unterrichtsfächer daran beteiligt sind. Neben Mathematik, Physik, Chemie und Biologie können auch Geographie, Geschichte, Sprach- und Musikunterricht im Freien stattfinden. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.
 

Öffnung und Mehrfachnutzung

Das zunehmende Verschwinden von Freiflächen vor allem in städtischen Ballungsräumen, aber auch vermehrt im ländlichen Siedlungsberreich macht die Öffnung der Spielplätze und Freiräume notwendig. Diese Anlagen bleiben vor allem am Wochenende und in den Ferien ungenutzt. Dass dies nicht so sein muss sehen Sie hier:   Schweizer Schulhöfe sind frei zugänglich 
 

Ökologie und Nachhaltigkeit

Nicht nur Kinder haben weniger Freiflächen zum Spielen auch Pflanzen und Tiere verlieren immer mehr ihr Rückzugsgebiet auch im ländlichen Bereich. Aber gerade naturnahe Flächen bieten für Kinder ein optimales Feld an Spiel- und Lernmöglichkeiten und stellen gleichzeitig ökologische Inseln für eine Vielzahl an Arten dar. Es lohnt sich daher, bei der Planung auf eine naturnahe Gestaltung zu achten. Auch die bewusste Handhabung mit Ressourcen und Know-how (Regenwasseranlagen, Solar ...) kann die Ökologie in und rund um die Schule verbessern.

Zahlreiche Schulteiche, Fußfühlpfade, Lernwiesen oder Weidentunnel sind dabei weltweit in den Schulen entstanden. Meist lösen Umgestaltungsprojekte eine positive öffentliche Resonanz in der Gemeinde aus. Darauf aufbauend können Schulen innovativ in die Gemeinde ausstrahlen und ökologisches Bewusstsein in die Öffentlichkeit tragen. Oft ergeben sich auch langfristige Kooperationen mit Unternehmen in der Gemeinde.
 ÖKOLOG-Schulprogramm
 

Gender Equality

Schulfreiräume sollen Spaß für beide Geschlechter und jedes Alter bieten. Auch Kinder mit unterschiedlicher gesellschaftlicher, sozialer und kultureller Prägung sollten mit der Fläche eine Freude haben. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Chancengleichheit der Geschlechter noch nicht hergestellt ist. Es ist daher besonders wichtig, Mädchen zu fördern und sie bei der Aneignung von Raum und der Entfaltung ihrer Fähigkeiten zu unterstützen. Das kann einerseits die Schaffung eigener Bereiche, die speziell auf die Wünsche von Mädchen ausgerichtet sind sein oder andererseits durch eine eigene Betreuung passieren.
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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