Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Learnscapes – Schulfreiräume nutzen

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Das Entwickeln und Umgestalten von Schulgeländen ist mehr als eine Schulverschönerung. Die Nutzung der Schulfreiräume bedeutet vielmehr eine Brücke zu den Unterrichtsfächern zu schlagen und eine wertvolle Ergänzung des Unterrichts in den Klassenräumen anzubieten.


Learnscape was ist das?

Der Begriff Learnscape setzt sich aus den beiden englischen Worten „Learn“ (Lernen) und „Landscape“ (Landschaft) zusammen. Gemeint sind damit Orte im Bereich des Schulgeländes oder auch davon entfernt, die einen Unterricht im Freien ermöglichen und die durch SchülerInnen und LehrerInnen mitgestaltet werden können.

Das Interessante an der Nutzung des Schulgeländes oder der Schulumgebung ist, dass sich neben der Begegnung mit der Natur auch zahlreiche wirtschaftliche und soziale Prozesse auftun wie z.B. die Begegnung von SchülerInnen miteinander oder der Kontakt mit Gemeinden und anderen außerschulischen Partnern.
 

Die Stärken von Learnscapes

Das Entwickeln und Umgestalten von Schulfreiflächen („Learnscaping“) bedeutet, jene Flächen auch für den Unterricht im Freien zu nutzen und somit theoretisches Lernen mit praktischem, im Sinne eines aktiven, begreifenden Lernens zu verbinden. Besonders in der Sekundärstufe kann die projektorientierte Nutzung der Schulfreiflächen in allen Gegenständen LehrerInnen anregen, fächerübergreifendes Lernen als integrierenden Bestandteil in der Schule einzuführen. In Österreich werden Schulfreiräume in erster Linie für das Unterrichtsfach Sport und für Pausen genutzt. Andere Fächer wie z.B. Mathematik, Geschichte oder Sprachen fanden bis jetzt eher selten einen Weg nach draußen. Das mag wohl damit zusammenhängen, dass LehrerInnen selten in ihrer Ausbildung darauf vorbereitet werden, mit SchülerInnengruppen Unterricht im Freien durchzuführen.

Bei einigen anderen Ländern wie z.B. in den skandinavischen Staaten hat Unterricht im Freien aber schon lange Tradition. Da können selbst Wind und Wetter LehrerInnen wie SchülerInnen nicht davon abhalten Wissen und Erfahrungen auf forschendem und begreifendem Weg zu erlangen.  

Neben der Funktion als Freiluftklassenzimmer sind Schulfreiräume in erster Linie Bewegungsräume. Wichtig dabei ist, dass diese Räume so gestaltet sind, dass sie sowohl den Bedürfnissen der Jugendlichen wie auch gesellschaftlich relevanten Fragestellungen genügen. So ist es z.B. von großer Bedeutung, das Gelände so zu gestalten, dass beide Geschlechter eine auf sie abgestimmte sensible Gestaltung erfahren.

Schulgärten und Höfe können gerade in sehr stark verbautem Gebiet eine wichtige Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche der Umgebung darstellen und im besten Fall Teil der öffentlichen Gemeinde werden. Ein freier Zugang zu diesen Flächen bzw. eine Mehrfachnutzung ist dabei in jedem Fall zu erwägen. Weiters ist ein gut gestaltetes Schulgelände auch eine Visitenkarte für die umwelt- und sozialpolitischen Maßnahmen der jeweiligen Gemeinde und kann sich positiv auf die Schulumgebung auswirken.


Quelle

FORUM Umweltbildung
Learnscape Österreich
Schulfreiräume - Freiraum Schule, Startpaket
2003, 30 Seiten, EUR 5,-
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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