Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Der Global Marshall Plan für die Erde

Wie nachhaltige Entwicklung in der Gesellschaft umgesetzt werden könnte, hat der ehemalige Vize-Präsident der USA, Al Gore, in seinem „Global Marshallplan für die Erde“ festgehalten und hat damit viele MitstreiterInnen gefunden.

Um den Übergang in eine nachhaltige Gesellschaft in der erforderlichen Effektivität und Schnelligkeit verwirklichen zu können, wurden zu Beginn der 1990er Jahre auch von einigen PolitkerInnen Maßnahmen vorgeschlagen. Al Gore, der ehemalige Vize-Präsident der USA (1993-2001), beispielsweise plädierte in seinem Buch 'Wege zum Gleichgewicht' (1992) für einen Global Marshall Plan für die Erde. Dieser beinhaltet fünf strategische Ziele:

  • die Stabilisierung der Weltbevölkerung
  • die schnelle Schaffung und Entwicklung ökologisch angepasster Technologien
  • die umfassende, allgemein gültige Veränderung der wirtschaftlichen Spielregeln, mit der wir die Auswirkungen unserer Entscheidungen auf die Umwelt messen
  • die Aushandlung und Verabschiedung einer neuen Generation internationaler Abkommen zur Durchsetzung dieses globalen Marshallplans
  • der Aufbau eines kooperativen Bildungsplans für die Aufklärung der Weltbevölkerung über die globale Umwelt

Basierend auf diesen Grundsätzen und vor dem Hintergrund einer äußerst langsamen nachhaltigen Entwicklung, die durch Finanzierungsprobleme zusätzlich gehemmt wird, wurde 2003 in Frankfurt am Main die  Global Marshall Plan Initiative gegründet. Anliegen der Initiative ist es, eine Welt in Balance zu schaffen, die auf einer weltweiten ökosozialen Marktwirtschaft basiert. Kernziele der Initiative sind:

  • Durchsetzung der weltweit vereinbarten Millenniumsziele der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2015
  • faire und wettbewerbsneutrale Aufbringung der benötigten Mittel auch über Belastung globaler Transaktionen
  • schrittweise Realisierung einer weltweiten Ökosozialen Marktwirtschaft durch Etablierung eines besseren Ordnungsrahmens der Weltökonomie z. B. über eine Verknüpfung etablierter Regelwerke und vereinbarter Standards für Wirtschaft, Umwelt und Soziales (WTO, UNEP und ILO-Kernstandards)
  • neuartige Formen basisorientierter Mittelverwendung bei gleichzeitiger Bekämpfung von Koruption
Bei der Finanzierung des Global Marshall Plans spielen einige energierelevante Instrumente eine Rolle wie beispielsweise der Handel mit pro-Kopf gleichen CO2-Emissionsrechten oder eine Kerosinsteuer.

Quelle:

Gore, Al
Wege zum Gleichgewicht - Ein Marshallplan für die Erde.
Seit mehr als zwanzig Jahren setzt sich Al Gore, Senator aus Tennessee, für die Belange der Umwelt ein. Probleme in Politik, Geschichte, Wissenschaft, Ökonomie, Psychologie und Religion werden in diesem Buch von ihm näher beleuchtet und Gründe dafür gesucht. In seinem „Marshallplan für die Erde“ versucht Al Gore einen Ausweg aus der sicheren Katastrophe zu zeichnen.
S. Fischer
Fachliteratur

 Global Marshall Plan Initiative
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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