Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Die österreichische Klimastrategie

Im Rahmen des Kyoto-Protokolls wurde 2002 die nationale Klimastrategie zur Reduktion der Treibhausgase beschlossen. Erste Erfolge im Rückgang der Emissionen konnten verzeichnet werden, Sorgenkind bleibt aber der Straßenverkehr.

Nationale Klimaschutzmaßnahmen am Prüfstand
Um die im Kyoto-Protokoll vereinbarten Treibhausgasreduktionen zu erreichen, wurde im Jahr 2002 auf Antrag des damaligen Umwelt- und Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer eine nationale Klimastrategie beschlossen. Diese beinhaltet ein Paket an emissionsveringernden Maßnahmen für die Sektoren Energieerzeugung, Verkehr, Raumwärme, Industrie, Land-, Forst- und Abfallwirtschaft.

Der Fortschritt Österreichs bei der Annäherung an das Kyoto-Ziel einer Emissionsreduktion um 13% bis 2012, bezogen auf das Jahr 1990, wird im aktuellen Kyoto-Fortschrittsbericht Österreich 1990 bis 2004 dokumentiert, der im Februar 2006 präsentiert wurde. Darin zeigt sich von 2003 auf 2004 erstmals seit 1990 ein struktureller Rückgang der Emissionen, was Umweltminister Josef Pröll als Trendwende interpretiert. Der Rückgang ist auf zwei wesentliche Sektoren zurückzuführen: die Strom- und Wärmeproduktion in kalorischen Kraftwerken und die Raumwärme. Einen deutlichen Rückgang bei den Treibhausgasemissionen weisen auch die Abfallwirtschaft und die Landwirtschaft auf. Sorgenkind bleibt aber weiterhin der Straßenverkehr – hier sind die Emissionen von 2003 auf 2004 um 2,3% angewachsen. Ob Österreich das Kyotoziel einer 13%igen Emissionsreduktion bis 2012 ausgehend vom Niveau 1990 erreichen wird können, hängt von der Wirksamkeit der Klimaschutzmaßnahmen ab.

Möglichkeiten die Ziele noch zu erreichen

Aufgrund des Aufwärtstrends bei den Emissionen in den vergangenen Jahren, macht die derzeit notwendige Emissionreduktion bereits 15,7% aus, was bedeutet, dass Österreich jährlich mindestens 2,6 Millionen Tonnen CO2-Äqzivalente einsparen müsste und zusätzlich die erlaubten Gesamtemissionen durch den Zukauf von 7 Millionen Tonnen erhöhen müsste. Dies wird dadurch möglich, indem das Kyoto-Protokoll und auch die Klimastrategie der Bundesregierung, die Nutzung der so genannten flexiblen Mechanismen (JI/CDM) vorsieht. Bei diesen Projekten werden Emissionsreduktionen auf Grund von Investitionen in einem anderen Industrieland (Joint Implementation - JI) oder in einem Entwicklungsland (Clean Development Mechanism - CDM) dem Emissionskonto des Investorlandes gutgeschrieben.Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf unseren Klimaseiten unter:  Die österreichische Klimastrategie als Antwort auf den Klimawandel

Quelle:

 Österreichische Klimastrategie EU-Emissionshandel
Zuletzt aktualisiert: 2014-03-11

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