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Ölfördermaximum - das Erreichen des Peak Oils

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Ab den 1980er Jahren lag die Förderkapazität von Rohöl über der Kapazität von neu entdeckten Reserven – die vorhandenen Reserven nehmen also seit diesem Zeitpunkt ab. ExpertInnen schätzen daher ein Erdöl-Fördermaximum zwischen 2010 und 2020 auf uns zukommen.

Wann spricht man von einem weltweiten Maximum der Erdölförderung?

Das Erdölfördermaximum (auch Peak Oil genannt) ist jener Zeitpunkt, ab dem die globale Ölfördermenge abnimmt, da ab diesem Zeitpunkt die Verfügbarkeit von Erdöl stetig abnimmt. Weiters hängt das Erdölfördermaximum ab von den Ölvorkommen, den technischen Möglichkeiten, aber auch von politischen Handlungen. Grundsätzlich ist der Höhepunkt der Förderung erreicht, wenn etwa die Hälfte des förderbaren Öls verbraucht ist.

Wie passiert die Ausbeutung einer Öllagerstätte?

Die Ausbeutung einer Öllagerstätte erfolgt in mehreren Phasen. Dem Fund folgt zunächst die Erschließung. Dazu wird das Ölfeld über mehrere Bohrlöcher angezapft. Zu Beginn der Förderung steht das Ölfeld unter sehr großem Druck (etwa das 300fache des Luftdrucks), weshalb in dieser Phase mit geringem technischen Aufwand große Mengen an Öl gefördert werden können. Allerdings lässt der Druck sehr schnell nach und schon nach einer Förderung von 10 bis 15% ist er nicht mehr groß genug, um das Öl an die Oberfläche zu pressen. Um den Druck künstlich aufrecht zu erhalten, wird in der Regel Wasser nachgepumpt, wodurch insgesamt 30 bis 35% des vorhandenen Öls gefördert werden können. Bei zu starkem Einpumpen von Wasser besteht allerdings die Gefahr, dass sich dieses mit dem verbleibenden Öl vermischt oder das Öl auf dem Weg zur Entnahmestelle sogar überholt.

Mit zunehmendem Alter des Ölfelds finden diese Prozesse immer häufiger statt und werden durch die Tatsache begünstigt, dass das verbleibende Öl zunehmend schwerer (höhere Dichte) und zäher wird, wodurch die Förderung weiter erschwert wird. Als Gegenmaßnahme werden daher oft Chemikalien eingeleitet, die das Öl verflüssigen sollen, sodass es leichter zu den Entnahmestellen rinnen kann. Eine andere Möglichkeit besteht darin, statt Wasser CO2 einzupumpen, welches ebenfalls eine Druck erhöhende und verflüssigende Wirkung hat.

All diese Maßnahmen dienen vor allem dazu, die Förderung während eines Zeitraums, der von Quelle zu Quelle stark schwanken kann, annährend konstant zu halten. Eine konstante Förderung über lange Zeiträume ist umso wichtiger, je höher die Kosten für die Förderanlagen sind. Dies trifft insbesondere auf die Förderung auf See zu, da die dazu notwendigen Förderplattformen sehr teuer sind. Hingegen kann man bei der Förderung an Land eher ein ausgeprägtes Fördermaximum und eine lange Förderabnahmephase in Kauf nehmen. Die als Decline bezeichnete Förderabnahme ist die letzte Phase der Ausbeutung eines Ölfelds. Der Abfall der Förderquote hängt von den Maßnahmen ab, mit denen bis dahin die Förderate aufrechterhalten wurde: je höher der technische Aufwand, desto steiler der Abfall (z.B. in der Nordsee). Durch hohen technischen Aufwand, beispielsweise durch Horizontalbohrungen, ist es möglich, diese letzte Phase noch weiter zu verlängern oder sogar kurzfristig Steigerungen zu erzielen, der allgemeine Trend ändert sich aber nicht mehr.

Hilfsmittel zur Bestimmung eines genauen Erdölfördermaximums

Durch Untersuchung der amerikanischen Ölförderung entdeckte der US-Ölgeologe Marion King Hubert in den 1950er Jahren, dass die Gesamtförderung mehrerer Ölquellen dem Verlauf einer Gaußschen Glockenkurve folgt. Neben dem Erdöl weisen sämtliche natürliche Ressourcen einen derartigen Verlauf auf. Hubert konnte durch Auswertung der genauen Aufzeichnungen über die amerikanischen Ölfelder bereits 1956 das amerikanische Ölfördermaximum für das Jahr 1971 prognostizieren und behielt Recht. In weiterer Folge wurde das Modell der Hubert-Kurve auch für die Ölförderung Norwegens bestätigt, welche im Jahr 2001 ihren Höhepunkt erreichte. Zu bedenken ist jedoch, dass das Modell die Förderung einer Ölquelle nach den oben beschriebenen Phasen voraussetzt.

Mehr zum Thema finden Sie unter:

 Bestimmung des weltweiten Ölfördermaximums

 Crash-Programm zur Energiesicherung
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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