Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Elektrizitätserzeugung – Ökostromgesetz

Seit 2002 ist das Ökostromgesetz in Kraft. Ziel des Gesetzes ist es, die hohen Produktionskosten von Strom aus Biomasse auszugleichen.

 

Zielsetzung des Ökostromgesetzes

 
Laut der EU-Richtlinie Ökostrom sollte (nicht verbindlich) Österreich in der Stromerzeugung den Anteil erneuerbarer Energieträger (Ökostrom plus Wasserkraft) auf 78,1% bis zum Jahr 2010 steigern. Die Ereichung dieses Zieles ist aber sehr unwahrscheinlich – nicht zuletzt durch fragwürdige gesetzliche Rahmenbedingungen.

Link zum  Ökostromgesetz
 

Erfolge und Problemberreiche

 
Im Jahr 2002 wurde das Ökostromgesetz erlassen um die höheren Produktionskosten von Strom aus Biomasse auszugleichen. Bei der Windenergie brachte die Regelung den entsprechenden Erfolg, doch bei der Photovoltaik wurde in der Einspeiseverordnung eine Begrenzung auf 15 MW eingeführt, um den Ausbau nicht zu stark zu fördern. Dies hatte zur Folge, dass bereits zwei Wochen nach Inkrafttreten der Einspeiseverordnung die Ausbaugrenze erreicht war und damit gerade jene Energieform, die langfristig die wichtigste Rolle spielen soll, in ihrer Entwicklung und Anwendung blockiert wird.

Problematisch ist die Entwicklung auch in der Biogas- und Biomasseverstromung. Etwa 20% des Energieinhalts des Holzes und etwa 34% des Energieinhalts des Biogases wird in Strom und der Rest in Wärme und Abwärme umgewandelt. Der produzierte Ökostrom wird mit bis zu 16 Cent pro kWh vergütet – rund um die Uhr und zu jeder Jahreszeit. Für Wärme aus Biomasse gilt allerdings der freie Marktpreis, der im Sommer bei nur etwa 1,5 Cent/kWh liegt. Im Vergleich zu Strom ist die Wärme also nichts wert; es ist wirtschaftlicher, die Anlage auch bei fehlender Wärmeverwertung zu betreiben und nur durch den rentablen Ökostromverkauf zu verdienen. Der einzige Ausweg ist, die Anlagen wärmegeführt zu betreiben, also nur dann, wenn die anfallende Wärme zur Gänze verwertet werden kann. Nach der jetzigen Praktik fördert der Stromkunde mit den Alternativenergiebeiträgen 'Biomasse-Vernichtungsanlagen' anstatt sinnvoller Klimaschutzprojekte, zu deren Förderung er vermutlich motiviert ist. Mehr noch: Solche Anlagen sind nicht nur sinnlos, sondern vernichten auch jenes Biomassepotenzial, das für die Energiewende im Winterhalbjahr dringend benötigt wird.

Quelle

Wind, Günter
Energiewende Teil 2, Sustainable Austria Nr. 31, in SOL - Zeitschrift für Solidarität, Ökologie und Lebensstil.
Eigenverlag
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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