Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Mobilität - Potenziale zum Energiesparen

Neben einer Nutzoptimierung des Autos könnten verbesserte Bedingungen des Öffentlichen Verkehrs sowie eine Stärkung der regionalen Wirtschaft zu erhöhten Energieeinsparungen beitragen.
 

Mobilität als Mittel zum Zweck

Im Verkehrssektor sind ein Umdenken und ein Umstieg auf intelligente Lösungen erforderlich, die eine Verkehrsreduktion bei gleicher Lebensqualität ermöglichen. 'Mobilität ist an sich kein Bedürfnis, sondern ein Mittel zum Zweck. Pendler pendeln nicht, weil sie so gerne pendeln, sondern weil sie zur Arbeit wollen '. Ein großes Potenzial zur Energieeinsparung birgt die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs, einfache Lösungen für Fahrgemeinschaften sowie die Regionalisierung der Wirtschaft.

Wie nutze ich mein Auto optimal?

Wesentlich ist, das Auto bewusst einzusetzen. Bei einem Viertel aller Autofahrten werden nur 2 km, bei der Hälfte nur 5 km zurückgelegt. Autos verbrauchen aber gerade bei kurzen Wegen besonders viel Sprit. Wo immer möglich, sollte daher auf Fuß- oder Radwege umgestiegen werden.
Bleibt keine Alternative zum PKW, dann lässt sich durch eine treibstoffsparende Fahrweise der Treibstoffverbrauch um bis zu 10% senken – ohne Zeiteinbuße. Dabei werden die modernen, hochentwickelten Verbrennungsmotoren unserer Zeit optimal ausgenutzt. Spritsparend zu fahren ist einfach zu erlernen – es müssen lediglich einige Grundregeln beachtet werden. Beispielsweise sollte immer der optimale Gang gewählt werden. Den geringsten Verbrauch weisen Fahrzeuge bei einer Geschwindigkeit von etwa 70 km/h im höchsten Gang auf. Dies entspricht auch der Auslegung moderner Fahrzeuge auf niedertouriges Fahren; bei Benzinangetriebenen Fahrzeugen kann ab 1500 U/min und bei Dieseln ab 2000 U/min auf den nächst höheren Gang geschalten werden. Der erste Gang ist nur für die ersten Meter bzw. eine Fahrzeuglänge zu verwenden. Weiters sollte vorausschauend und flüssig gefahren werden, denn starke Brems- und Beschleunigungsmanöver ziehen einen unnötigen Spritverbrauch nach sich. Unter Ausnutzung der Rollphasen lassen sich Bergabfahrten abgas- und verbrauchsfrei bewältigen.
 

Alternative Antriebsmittel

Derzeit sind auch schon einige alternative Antriebskonzepte und Treibstoffe am Markt, die als umweltfreundlicher als die konventionellen Fahrzeuge gelten. Dazu zählt beispielsweise Flüssigerdgas, das im Vergleich zu Benzin und Diesel einen deutlich geringeren Ausstoß von Schadstoffen wie Stickoxiden, Partikeln und Kohlenwasserstoffen aufweist. Zudem ist es günstiger als Benzin und Diesel, was den Einsatz in Fahrzeugflotten mit zentraler Betankungsmöglichkeit interessant macht (z.B. Wiener Linien). Mittlerweile bieten die meisten Hersteller Erdgasautos an und auch das Netz der Erdgastankstellen wird in Österreich verdichtet.
Eine weitere Alternative bietet Biodiesel. Zur Erzeugung wird Altspeiseöl bzw. Pflanzen mit hohem Energiegehalt verwendet. Verwendet wird dieser Treibstoff beispielsweise von den Grazer Verkehrsbetrieben.
Eine weitere Möglichkeit sind Hybridantriebe, bei denen ein Verbrennungskraftmotor mit einem Elektromotor kombiniert ist. Je nach Betriebsart (Stadt oder Überland) wird die optimale Betriebsart gewählt. Dadurch lassen sich bei Einsatz des Elektromotors sogar lokal Nullemissionen erzielen.
 

Zum Weitersurfen

 Verkehrssparen Wienerwald
 Klimabündnis Österreich
 Modellprojekt Verkehrsgemeinde Langenlois
 EuroVela, The European Cycle Route Network
 ARGUS - Die Österreichische Radlobby
 Radfahren in Wien
 klima:aktiv Spritspar-Initiative
 klima:aktiv Mobilitätsmanagement für Schulen
 Erdgasfahrzeuge in Österreich – Info-Service-Trends

Quelle:

S. Supper
Nachhaltig Bauen und Wohnen, Sustainable Austria Nr. 33, in SOL - Zeitschrift für Solidarität, Ökologie und Lebensstil, Wien
Eigenverlag
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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