Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Richtig Lüften für ein gutes Raumklima

Schimmelbildung und erhöhter Energieverbrauch können durch richtiges Lüften sehr einfach vermieden bzw. reduziert werden.
 

Warum ist Lüften notwendig?

 
Schimmelbildung und erhöhter Energieverbrauch können durch richtiges Lüften sehr einfach vermieden bzw. reduziert werden. Lüften stellt zwar immer einen Wärmeverlust da, es ist aber notwendig, um überschüssigen Wasserdampf und Schadstoffe, wie etwa einen überhöhten CO2-Gehalt in der Luft, abzuführen. Nur so kann ein gutes und gesundes Raumklima erreicht werden. Die Fugenlüftung allein, wie sie vor allem bei Gebäuden mit einem schlechten Wärmedämmstandard auftritt, ist nicht ausreichend. Außerdem ist es eben gerade aus Sicht des nachhaltigen Bauens erstrebenswert, Gebäude gut zu dämmen und unkontrollierbare Wärmeverluste, wie die Fugenlüftung, zu verhindern. Aktives, bewusstes Lüften ist also notwendig, es sei denn, man wohnt in einem Haus mit kontrollierter Be-und Entlüftung.
 

Stoß- und Querlüften

 
Die beste Art der Fensterlüftung sind die Stoß- und Querlüftung. Durch die kurze Zeit, in der die Fenster möglichst weit geöffnet werden sollen, ist ein Luftaustausch garantiert, ohne dass die Speichermassen im Gebäude auskühlen.

Stoßlüftung: Mehrmals täglich die Fenster von Räumen, in denen man sich aufhält, etwa 4 bis 10 min öffnen. Je kälter es ist, desto kürzer muss man lüften, weil der Luftaustausch dann schneller von statten geht.

Querlüftung: „Durchzug“ - alle Fenster mehrmals täglich 2 bis 4 min öffnen. Besonders nach dem Aufstehen und vor dem zu Bett gehen ist das Lüften des Schlafzimmers sehr wichtig. Kipplüftung sollte während der Heizperiode gänzlich vermieden werden, da es dabei zu einem unnötig hohen Energieverbrauch kommt, die Bauteile auskühlen und auch die Fensterleibungen eventuell so stark abkühlen können, dass es dort Schimmel entstehen kann.
 

Stimmt die Luftfeuchtigkeit?

 
Die optimale Raumluftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 und 60%. Um sicher zu gehen, wie es in Ihrer Wohnung aussieht, schaffen Sie sich am besten ein Hygrometer zur Messung der Luftfeuchtigkeit an. Steigt die Luftfeuchtigkeit über den Optimalberreich an, kann es leicht zu Schimmelbildung kommen. Haben Sie eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, halten Sie Türen zu Räumen, in denen viel Wasserdampf anfällt (Badezimmer, Küche) immer geschlossen und lüften Sie den überschüssigen Wasserdampf direkt ins Freie ab. Wenn Sie Wäsche in der Wohnung trocknen, dann tun Sie das ebenfalls in einem geschlossenen Raum, den Sie stets sehr gut lüften. Achten Sie auch darauf, dass unbeheizte Räume nicht über die warme Luft aus beheizten Räumen mitbeheizt werden, denn die warme Luft, die mehr mit Wasserdampf gesättigt ist, bringt diesen in die kälteren Räume. Da die kühlere Luft in diesen Räumen nicht so viel Wasserdampf halten kann, kondensiert er und es kommt zu typischen Schimmelflecken. Stoß- und Querlüftung sind auch bei Schimmelgefahr oder –befall oberstes Gebot.
 

Lüftung der Kelleräume

 
Kellerfenster bleiben oftmals das ganze Jahr über einen Spalt geöffnet oder sind sehr schlecht gedichtet, was zu Schimmelproblemen führen kann. Insbesondere im Frühjahr, wenn die Außenluft wärmer und daher feuchter wird, setzt sich die eindringende Feuchtigkeit an den vom Winter noch kalten Kellerwänden ab und verursacht Schimmel. Auch im Sommer sind die Kellerwände immer etwas kühler als die Außenluft. Aus diesem Grund sollten Keller im Frühjahr und im Sommer weniger und am besten nur in der Nacht, wo die Außenluft ebenfalls kühler ist, gelüftet werden.
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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