Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Heizung: Wer viel misst, misst nicht immer viel Mist

Die Temperaturen sollten in möglichst vielen Räumen - auch in den Nebenräumen - regelmäßig und zu verschiedenen Tageszeiten gemessen werden.

Kann nicht in allen Räumen gemessen werden, soll eine 'breitgestreute Stichprobe' (Klassenräume in verschiedenen Lagen, Lehrerzimmer, Turnhalle, Pausenhalle, Treppenhaus, usw.) zusammengestellt werden. Die Messung soll in einem möglichst kurzen Zeitraum durchgeführt werden. Die Temperatur soll sowohl zu verschiedenen Zeiten als auch an verschiedenen Tagen gemessen werden.

Neben den Raumtemperaturen sollten auch gleich 'Mängel als Bemerkungen' erhoben werden (daher ist es sinnvoll alle Räume mit einem eigenen Datenblatt zu erfassen!) - z.B.:
 
  • Fenster undicht oder defekt
  • Fenster ständig offen, lassen sich nicht schließen
  • Einfachverglasung
  • Türen ständig offen zu Räumen mit niedriger Normtemperatur
  • Heizkörper verstellt, Heizkörper durch Vorhänge verdeckt
  • Luft zu feucht, zu trocken; Zugluft
  • Fenster fühlen sich kalt an
  • Fußboden fühlt sich kalt an
  • Stühle, Tische fühlen sich kalt an

Für die Messungen ist ein Digitalthermometer mit Fühler zu empfehlen. Auch Temperaturschreiber und Maximum-Minimum-Thermometer können verwendet werden. Schauen Sie im Physik-Kabinett nach. Schulen Sie die SchülerInnen in die Bedienung des Instruments ein.
Die Temperaturen werden in 1 m Höhe gemessen und an einem für den Raum charakteristischen Ort. Wichtig ist auch, ob sich die SchülerInnen gerade im Raum befinden oder nicht.
Zu jeder Messreihe soll auch die Außentemperatur gemessen werden. Neben den Raumtemperaturen soll auch das persönliche Empfinden festgehalten werden.

Auswertung:
Da die SchülerInnen wahrscheinlich viele Daten erhoben haben, nutzen Sie zur Auswertung ein Tabellenkalkulationsprogramm. Die InformatiklehrerIn ist Ihnen sicher behilflich. Die MathematiklehrerIn der 7. Schulstufe ist vielleicht froh über praktisches Datenmaterial.

Für die Auswertung der Temperaturen sind folgende Darstellungen bzw. Ergebnisse relevant:
 
  • Grafische Darstellung der Temperaturen
  • Vergleich der Temperaturkurven in den verschiedenen Räumen
  • Vergleich der Temperaturkurven mit den subjektiven Empfindungen
  • Vergleich der Temperaturkurven mit den Solltemperaturen nach ÖNORM
  • Wird in nicht genutzten Räumen die Temperatur schon am Nachmittag abgesenkt?
  • Wie weit werden Temperaturen nachts abgesenkt? Vergleichen Sie gegebenenfalls mit der Auswertung Heizungsanlage/Heizungsregelung?
  • Welche Räume sind zu warm, welche angemessen beheizt und welche sind zu kühl? Nimmt die Heizungsregelung Rücksicht auf die Sonneneinstrahlung? Wie erfolgt die Zuordnung der Räume zu den Heizkreisläufen?
  • Vergleiche mit den Außentemperaturen verdeutlichen den Einfluss der Witterung
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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