Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Strom: Die Kostensenkung ist das Ziel

Der Strompreis berücksichtigt zwei Komponenten: die tatsächlich verbrauchte Strommenge und die installierte Leistung. Dies sieht nur auf den ersten Blick unfair aus.

Selbst wenn ein Motor mit einer sehr starken Leistung nur einmal im Monat gestartet wird, muss der Energieversorger immer damit rechnen, dass dieses Gerät eingeschaltet wird. Da Strom nicht gespeichert werden kann, müssen jederzeit entsprechend große Strommengen bereitgestellt werden. Die Abrufbarkeit der Energie ist teuer und belastet die Umwelt.

Eine Möglichkeit der Kostensenkung ist daher die Reduktion der installierten Leistung. Denn es ergeben sich nicht nur Kosten pro verbrauchter kWh, sondern auch für jedes kW installierte Leistung. Diese Kosten sind auf der Energierechnung aufgeschlüsselt.

Üblicherweise wird die maximale Leistung eines Gerätes kaum voll genutzt, meist wird lediglich ein Teil der Kapazität oder die maximale Leistung nur für kurze Zeit genutzt. Die Energiekosten werden aber oft durch die hohe Anschlussleistung dominiert. Deshalb ist es wichtig, Spitzenverbrauchszeiten zu reduzieren und für möglichst durchschnittliche Belastungen zu sorgen. Die Energieversorger beraten hier, welche Tarifform die Günstigste ist.


Folgende Kennzahlen helfen dabei:

Auslastung - die Nutzung der installierten Leistung: Wenn z.B. 1 kW elektrische Leistung installiert sind, dann liegt der maximal mögliche Verbrauch bei 8 760 Stunden/Jahr bei 8 760 kWh. Werden nur 4 380 kWh verbraucht, liegt die Auslastung bei 50% oder bei 4 380 Volllaststunden.

Dauerlastkurve - die Darstellung der Stunden, in welcher eine bestimmte Leistung gebraucht wurde: Wie aus der Abildung ersichtlich wird, erfolgt die Darstellung in Diagrammform. Mit Hilfe der Dauerlastkurve wird ermittelt, wo im Verlauf z.B. eines Tages die Verbrauchsspitzen liegen. Die abgebildete Dauerlastkurve zeigt den typischen Energieverbrauch eines Arbeitsprozesses mit zwei Schichten. Die maximale Leistung wird nur über kurze Zeit genutzt, in diesem Beispiel sind es in etwa 300 Stunden der gesamten Betriebszeit. Derartige Kurven können beim Energieversorgungsunternehmen bezogen werden.

Der Energieverbrauch lässt sich in drei Gruppen unterteilen:
  • Spitzenverbrauch
  • Verbrauch während Betriebszeiten
  • Grundverbrauch

Um die Kurve genau analysieren zu können muss bekannt sein, wann welcher Energieverbraucher im Betrieb eingeschaltet ist. Es werden die Verbraucher betrachtet und es wird bestimmt, welche Verbraucher in Spitzenzeiten nicht notwendigerweise eingeschaltet werden müssen. Die Spitzen werden auch oft erreicht, wenn alle Anlagen zeitgleich aktiviert werden - eine Möglichkeit ist es daher, elektrische Geräte zeitlich versetzt einzuschalten.
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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