Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Warmwasser: Manchmal zu wenig beachtet

Warmwasser als Energieverbraucher ist vor allem in berufsbildenden höheren Schulen und in Berufsschulen ein Thema, wenn für bestimmte Produktionsprozesse und Arbeitsabläufe Warmwasser benötigt wird.

Eine erste Möglichkeit der Abschätzung des Warmwasserverbrauchs ergibt sich durch eine Betriebsbegehung bei der die Entnahmestellen für Warmwasser und die Häufigkeit und Dauer der Benützung aufgezeichnet werden.

 Warmwasser: Tipps zur Erhebung des Verbrauchs und Umsetzung von Einsparungen

Der Heißwasserverbrauch sollte getrennt dargestellt werden, wenn möglich abteilungsspezifisch und in einem Zeitabstand von maximal einem Monat. Dadurch wird es möglich, den Verbrauch auf einer Zeitachse zu beobachten und ungewöhnlichen Entwicklungen schnell gegen zu steuern.~


Situationsanalyse, Berechnung der Kosten

Wenn der Verbrauch für die Erwärmung des Wassers nicht mit vorhandenen Messungen nachvollziehbar ist, so können die Kosten nur berechnet werden.

An erster Stelle stehen die reinen Wasserkosten, die auf der Rechnung abgelesen werden können. Es ist oft ein Problem, den Abteilungen die tatsächlichen Verbrauchsmengen zu verechnen, da es in diesem Bereich kaum Messungen gibt. In diesem Bereich kann man sich meist nur mit Schätzungen helfen.
  1. Zur Berechnung des Energieverbrauches sollte zuerst die täglich zu erwärmende Wassermenge festgestellt werden. Sie erechnet sich durch Multiplikation von:
    Anzahl der Armaturen x Benutzungshäufigkeit x Benutzungsdauer x dem Durchflussvolumen.
    Diese Information wird man in der Regel durch einen Betriebsrundgang erheben müssen.
  2. Danach wird der tägliche Energieverbrauch in MJ berechnet. Erstens muss bekannt sein, welche Temperaturen das Kalt- und das Warmwasser haben. Bei Kaltwasser geht man normalerweise von einer Temperatur zwischen 5-15°C aus. Die Temperaturdifferenz zwischen Kalt- und Warmwasser wird mit 4,2 (35° - 6° = 29°) multipliziert. Der Wert 4,2 stellt die spezifische Wärmekapazität dar.
  3. Für den jährlichen Energieverbrauch braucht man dann nur mehr zu wissen, an wie vielen Tagen Warmwasser im Betrieb entnommen wird und erhält den jährlichen Energieverbrauch. Diese Berechnung klingt komplizierter als sie ist und wird in dem nachfolgenden Beispiel verständlicher.
  4. Um die Kosten zu berechnen, müssen die Werte von Megajoule (MJ) bzw Gigajoule (GJ) in kWh umgerechnet werden. 1 kWh = 3 600 kJ = 3,6 MJ . Mit einer Schlussrechnung erhält man einen gesamten, täglichen Energieverbrauch von 43 794 kWh und einen jährlichen Energieverbrauch von 10,5 MWh für den Bereich Warmwasser.
    (Rechnung: 37838GJx1000/3,6/1 Mio = 10,51 MWh)

    Wenn man den Tarif für eine kWh mit Eurocent 0,07 ansetzt, kommt man auf jährliche Energiekosten für den Bereich Warmwasser von Euro 735.700.

    Das Ergebnis dieser Berechnung sind die Kosten der Wassererwärmung für die einzelnen Abteilungen und Bereiche.

 
Führen Sie Ihre eigenen Berechnungen durch:  Bestandsaufnahme Warmwasser
Ein Beispiel für eine ausgefüllte Warmwasser-Bestandsaufnahmen finden Sie als Download.
 


Detaillierte Informationen für Berufsbildende Höhere Schulen und Berufsschulen

 Kennzahlen für den Warmwasserverbrauch


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 Energiespartipps:Das Sparpotenzial im Haushalt ist enorm
 Mit der Ist-Analyse dem Energieverbrauch auf der Spur
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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