Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Heißwassersysteme im Überblick

Das Warmwasser wird entweder mit Gas, Strom, Öl oder Fernwärme, Wärme aus dem Heizungssystem, aus einer Wärmerückgewinnungsanlage oder erneuerbaren Energiequellen aufgeheizt. In der Regel wird man auf den eingesetzten Energieträger keinen Einfluss haben, außer man tauscht den Heizkessel.

Eine Heißwasseranlage besteht aus vier Hauptteilen:
 
  • Boiler
  • Verteilungsnetz
  • Abgänge
  • Armaturen

Das System besteht aus einem Heißwasser-Speicherbehälter, einem Hauptversorgungsnetz und den Verteilungsrohren zu den Endverbrauchern. Die Heißwassertemperatur ist je nach Verwendungszweck unterschiedlich. Sie kann zwischen 30°C fürs Händewaschen und über 90°C für Reinigungszwecke betragen. Von Heißwasser spricht man übrigens bei Temperaturen über 100°C.

Regelmäßige Wartung des Heißwassersystems sichert - wie bei Heizungssystemen allgemein - eine möglichst gute Effizienz der Anlage. Zusätzlich kann bei einer Wartung des Kessels abgeklärt werden, ob alle Ventile und Flansche sowie die Rauchgasklappe ausreichend isoliert sind, um etwaige Abwärmeverluste zu unterbinden.
 

Weniger Verluste durch mehr Isolierung

 
Im Verteilungsnetz kommt es meist zu Abwärmeverlusten durch schlechte Isolierung. Die Heißwasseranlage sollte daher gut isoliert sein. Feststellen lässt sich dies bei einem Rundgang durch das Gebäude und dem Überprüfen der Außentemperatur von Rohrleitungen. Sind diese warm oder heiß, kommt es zu Verlusten, die bis zu 70 % betragen können. Die Dicke der Isolierung hängt von der Wassertemperatur ab und beträgt in der Regel zwischen 20 und 80 mm. Je heißer das Wasser, umso dicker die erforderliche Isolierung. Beim Isolieren langer Rohrstrecken sollte die erforderliche Isolierstärke vom Fachmann berechnet werden.

Wenn es sich um ein großes Verteilungsnetz handelt, wird das Heißwasser meist ständig umgewälzt. Ein Beispiel dafür ist ein Hotel oder ein Bürogebäude. Dadurch steht dem Verbraucher bei Bedarf jederzeit Warmwasser zur Verfügung. Ein derartiges System sollte aber lediglich während der Geschäftszeiten des Unternehmens Heißwasser produzieren, außerhalb dieser sollten die Umwälzpumpen abgeschaltet werden. Darüber hinaus sollte die Umwälzpumpe auf die Wassermenge eingestellt sein, um nicht überflüssig Wasser zu pumpen und Energie zu verbrauchen. Im Idealfall stehen mehrere Heizkreise zur Verfügung, um diese Zonen unabhängig von einander und je nach Auslastung des Gebäudes zu regulieren.
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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