Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

EU-interner Emissionshandel – Handel auf Unternehmensebene

Der Start für den EU-internen Handel mit Emissionszertifikaten auf Unternehmensebene ist für Anfang 2005 geplant. Der EU-Emissionshandel soll sicherstellen, dass die Treibhausgasemissionen im Energiesektor und in der Industrie zu den geringsten Kosten für die Wirtschaft reduziert werden.

Die erste Handelsperiode für den EU-internen Handel mit Emissionszertifikaten ist für die Jahre 2005 bis 2007 vorgesehen, die zweite von 2008 bis 2012. Dieser Zeitraum fällt (nicht zufällig) mit der ersten Verpflichtungsperiode im Rahmen des Kyoto-Protokolls zusammen. In weiterer Folge werden neue Fünfjahresperioden erwartet. Der EU-interne Emissionshandel ist nicht nur eine sehr kosteneffiziente Maßnahmen des Klimaschutzes, sondern auch ein Glaubwürdigkeitstest für die EU. Dieses Instrument gilt als das zentrale Element des Europäischen Klimaschutzprogramms. Das Konzept des Zertifikat-Handels kann durchaus auch auf andere Bereiche in modifizierter Form angewendet werden (z.B. Verkehr).
 

Die Strategie des EU-Emissionshandelssystems

Das Handelssystem wird nach dem Prinzip des „Cap and Trade“ funktionieren. Dies bedeutet, dass durch das Festsetzen der Gesamtzahl an Zertifikaten vor Beginn der Handelsperiode eine Obergrenze für die Emissionen aus Anlagen, die unter das System fallen, gezogen wird. Während einer Periode können keine weiteren Zertifikate ausgegeben werden. Jeder Anlage wird dann für die aktuelle Periode eine bestimmte Zahl an Zertifikaten zugeteilt. Die genauen Zahlen der zugeteilten Zertifikate werden in einem Dokument festgelegt, das  nationaler Zuteilungsplan genannt wird. Es existieren eine Reihe von Regeln und Kriterien für die Zuteilung, die die Regierungen der Mitgliedstaaten einhalten müssen. Vor Ausgabe der Zertifikate muss der Zuteilungsplan noch von der Kommission genehmigt werden.

In den nationalen Zuteilungsplänen wird die Zahl der CO2-Emissionszertifikate festgelegt, die die Mitgliedstaaten energieintensiven Industrieanlagen zuteilen wollen, damit sie ab Januar 2005 am Emissionshandel teilnehmen können. Der EU-Emissionshandel soll sicherstellen, dass die Treibhausgasemissionen im Energiesektor und in der Industrie zu den geringsten Kosten für die Wirtschaft reduziert werden.

Energieintensive Unternehmen müssen sich an Grenzen für den CO2-Ausstoß halten. Diese Unternehmen erhalten damit aber auch Berechtigungen – handelbare Zertifikate – um eine vorgegebene Menge an CO2 abgeben zu dürfen. Werden durch Maßnahmen des Unternehmens die Grenzen unterschritten, so können die eingesparten CO2-Mengen in Form von Emissionszertifikaten an andere Unternehmen verkauft werden. Die Mitgliedstaaten setzen angemessene Strafen für Verletzungen der nationalen Vorschriften fest.


Quelle (Stand August 2004):

Lebensministerium: EU-Emissionshandel
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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