Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

"Think Tanks": PR-Firmen oder Forschungsinstitute?

Amerikanische Forschungs- und Lobying Organisationen spielen in der Klimadiskussion eine bedeutende Rolle. Konservative Think Tanks, die sich hauptsächlich an der freien Marktwirtschaft orientieren, bemühen sich nicht um objektive Informationen zum Klimawandel, sondern argumentieren entsprechend ihrer Interessen. Mögliche Probleme, die aus der globalen Klimaerwärmung entstehen könnten, werden ihrer Argumentation zufolge überwiegend positive Effekte haben.

Bei den konservativen Think Tanks handelt es sich um verschiedene Organisationen mit zumeist wirtschaftspolitischen Schwerpunkten. Nach eigenen Angaben sind sie „unabhängig“ – tatsächlich jedoch weisen sie mehrheitlich eine klare politische neoliberale oder konservative Orientierung auf. Sie haben ihren Sitz meist in politischen Zentren und versuchen mit großer öffentlicher Präsenz, mit Publikationen und Forschung, die politischen Meinungsträger zu beeinflussen.

Sie arbeiten vielfach mit Universitäten und anderen wissenschaftlichen Institutionen zusammen und werden aufgrund ihrer massiven Öffentlichkeitsarbeit oft in den Medien zitiert. Diese Organisationen finanzieren sich in erster Linie durch Spenden von Stiftungen, Unternehmen und Einzelpersonen.

Ihre Ideale finden sie in den „Grundbausteinen der Freiheit“: freie Marktwirtschaft, wenige Eingriffe des Staates, Schutz des Privateigentums, Erhalt lebendiger kultureller und politischer Institutionen sowie eine national orientierte (US-) Außenpolitik und ein starkes Militär. Eine kritische Haltung gegenüber den konservativen Think Tanks ist angebracht.

Vielfach sehen die konservativen Think Tanks die Umwelt nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht – nämlich als „Produktionsfaktor“, dessen Nutzung mit Kosten und behördlicher Regulation belastet ist. Der Umweltschutz und die Umwelt als Wert an sich werden nicht thematisiert. Dass die Behebung von eingetretenen Umweltkatstrophen eine enorme Belastung für die Wirtschaft bedeuten kann, hat in ihrer Argumentation keinen Platz. Vielmehr stellen sie sich die Frage, ob man die Wirtschaft ruinieren und große Schwierigkeiten für die Menschen in Kauf nehmen solle, nur um eine unsichtbare und ihrer Meinung nach nicht unmittelbare Bedrohung wie den Klimawandel zu bekämpfen.

Bei Argumentationen gegen den Umweltschutz oder gegen Maßnahmen zum Klimaschutz werden vielfach wissenschaftlich fragwürdige Quellen und Argumentationen herangezogen. Oft beziehen sich Texte lediglich auf andere intern entstandene Texte sowie auf nicht wissenschaftliche Zeitungsartikel, die meist auch durch die selbe ideologische Ausrichtung geprägt sind. Objektivität und Unparteilichkeit sind in solchen Fällen nicht zu erwarten. Systematisch werden auch wissenschaftliche Ergebnisse des IPCC und der UN mit zweifelhaften Gegenargumenten und Quellen in Frage gestellt.
 

Die Argumente der konservativen Think-Tanks

  • Es gibt keinen Klimawandel, die Fakten sind widersprüchlich und zeigen keinen klaren Trend.
  • Falls dennoch eine Erwärmung eintritt, ist sie besser als es eine Abkühlung wäre (schnellerer Wasserkreislauf, Landwirtschaft liefert höhere Erträge).
  • Die Messmethoden, die Wissenschafter und das IPCC zur Klimaforschung benutzen sind zweifelhaft.
  • Klimaschutz kostet etwas und das Kyoto- Protokoll verursacht viele Ausgaben mit wenig Wirkung.
  • Was auch immer man in verschiedenen Ländern konkret tut – auf jeden Fall sinkt der Wohlstand drastisch und die Wirtschaft wird belastet.
  • Vor allem arme Länder und/oder arme Bevölkerungsschichten sind von den Maßnahmen zum Klimaschutz betroffen.

 
 
Machen Sie sich selbst ein Bild über die Argumentation einiger Organisationen und besuchen Sie deren Homepage unter
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Zuletzt aktualisiert: 2012-06-10

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