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Die internationale Politik reagiert auf den Klimawandel

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Mit der Gründung des IPCC wurde der wissenschaftliche Grundstein für die internationale Klimapolitik gelegt. Seine Berichte bilden die Basis der weltweiten Klimadiskussion. In den jährlich stattfindenden Vertragsstaaten-konferenzen werden Maßnahmen zur Minimierung des Klimawandels ausgehandelt.

1988 wurde im Rahmen der Konferenz in Toronto das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) gegründet. Dieser zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderung stellt den wissenschaftlichen Grundstein für die internationale Klimapolitik dar. Forschungsergebnisse aus verschiedenen Disziplinen werden ausgewertet und etwa alle fünf Jahre als „Assessment Report“ veröffentlicht. Im Jahr 2007 erschien der  4. Assessment Report.
 

Die Klimarahmenkonvention

Auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro wurde 1992 die Klimarahmenkonvention von 154 Staaten unterzeichnet. Sie trat 1994 in Kraft. Hier wurde bereits formuliert, dass die Unterzeichnerstaaten ihre Treibhausgasemmissionen bis zum Jahr 2000 auf dem Niveau von 1990 stabilisieren müssen – diese Forderungen waren jedoch nicht verbindlich.
 

Die Vertragsstaatenkonferenzen

Die Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties, COP) ist das höchste Gremium der Klimarahmenkonvention. Bei den jährlich stattfindenden Konferenzen soll die Umsetzung der 1994 in Kraft getretenen Klimarahmenkonvention gefördert und überprüft werden.

Im Jahr 1994, also im selben Jahr wie das Rahmenübereinkommen über Klimaänderungen in Kraft trat, erkannte man bereits, dass die ursprünglichen Verpflichtungen im Rahmenübereinkommen nicht ausreichen würden, um den weltweiten Anstieg der Treibhausgasemissionen aufzuhalten. Bei der dritten Vertragsstaatenkonferenz (COP3) in Kyoto, 1997 wurde dann das Kyoto-Protokoll verabschiedet. Mit der Unterzeichnung dieses Protokolls trat die internationale Klimapolitik in eine neue Phase ein, denn die nun formulierten Forderungen galten als verbindlich.

Auf der siebten Vertragsstaatenkonferenz (COP7) in Marakesch, 2001 konnte eine konkrete Einigung über die Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls, insbesondere der flexiblen Mechanismen, erreicht werden.

Lesen Sie dazu auch:
 Die flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls
 Emissionshandel und internationale Projekte - stimmen Theorie und Praxis überein?

Im Rahmen der elften Vertragsstaatenkonferenz (COP11) in Montreal, 2005 und gleichzeitig des ersten 'Meeting of the Parties (MOP1)' der Unterzeichnerstaaten des in diesem Jahr in Kraft getretenen Kyoto-Protokolls wurde dieses zur Gänze implementiert. Weiters hat man sich auf eine Fortschreibung des Kyoto-Protokolls nach 2012 geeinigt.

In den darauffolgenden Vertragsstaatenkonferenzen ging es im Wesentlichen darum, ein Anschlussabkommen für das Kyoto-Protokoll zu verhandeln. Mit an Bord sollten auch Länder wie die USA, China, Indien und die Enwicklungsländer sein. Die Verhandlungen erwiesen sich jedoch als äußerst zäh.

Besonders große Hoffnung wurde in die Konferenz (COP15) in Kopenhagen, 2009 gesetzt. Die Delegierten konnten sich nach konfliktreichen Verhandlungen jedoch lediglich auf einen Minimalkonsens einigen und die internationale Klimapolitik schien am Ende!

Die Erwartungen auf die im Jahr darauf folgende Konferenz (COP16) in Canucn, 2010 waren von Anfang an eher gering. Gerade deshalb konnten die Ergebnisse als Erfolg gewertet werden. Erstmals wurden verbindliche, internationale Maßnahmen zum Klimaschutz zumindest vereinbart. Das Ziel, eine Klimaerwärmung um mehr als zwei Grad zu stoppen, wurde anerkannt. Dazu sollten die Länder konkrete Zeitpläne für die Senkung der Emissionen und eigene, nationale Programme entwickeln.

Um die von der Erwärmung besonders betroffenen Regionen zu entlasten, wurde vereinbart, einen Klimafonds als Soforthilfe einzurichten. Zusätzlich zur finanziellen Hilfe sollten die Entwicklungsländer durch ein von den Vereinten Nationen geführtes Technologiezentrum technische Entwicklungen für den Klimaschutz zur Verfügung gestellt bekommen.
 

Zum Weitersurfen

 ACCC-Flexible Mechanismen
 Das österreichische Klimaportal - COP
 Klimaschutzprojekte
 Wikipedia: UN-Klimakonferenz in Kopenhagen
 Wikipedia: UN-Klimakonferenz in Cancun
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-10

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