Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Die Forderungen des Kyoto-Protokolls

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Nachdem 1997 das Kyoto-Protokoll angenommen wurde, wurden Detailverhandlungen über Klimaschutz-Mechanismen und über die Umsetzung geführt. Die Detailverhandlungen gingen mit dem Übereinkommen von Marakesch 2001 zu Ende.

Die Unterzeichnerstaaten erklären sich bereit, innerhalb des Verpflichtungszeitraums von 2008 bis 2012 die Emissionen der sechs Treibhausgase: CO2, Methan, Stickoxid, teilhalogenierte Flourkohlenwasserstoffe, perfluorierte Kohlenwasserstoffe und Schwefelhexafluorid um durchschnittlich 5,2% unter die Werte von 1990 zu senken. Auf diese Weise soll der  anthropogene Klimawandel eingedämmt werden.

Da das Übereinkommen berücksichtigt, dass die Industrieländer für einen Großteil der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, werden für die Entwicklungsländer keine Emissionsreduzierungsziele vorgegeben. Demnach gelten die Forderungen nur für Industrie- und Schwellenländer (genannt Annex-I-Länder). Aufgrund der Tatsache, dass viele Entwicklungsländer (z.B. China) bereits in naher Zukunft zu Hauptverursachern von Treibhausgas-Emissionen zählen werden, erscheint eine Einbeziehung der Entwicklungsländer jedoch vernünftig, müsste aber mit einem besseren Zugang zu Technik und Kapital garantiert werden.
 

Schlupflöcher sind möglich

Die  Treibhausgase unterliegen nicht einzeln einer 5%-Reduktion, sondern als 'Korb'. Ein Land kann also zur Ereichung seiner Reduktionsziele jedes beliebige der erwähnten Treibhausgase reduzieren. Problematisch dabei ist, dass die Messgenauigkeit für die Emissionen von Methan und Lachgas sehr ungenau ist und ein 'Schwindeln' bei den jährlichen Emissionsberichten daher nicht ausgeschlossen werden kann. Darüber hinaus ist die Klimawirksamkeit dieser Gase sehr unterschiedlich. Das bedeutet, dass man - zumindest theoretisch - die CO2-Emissionen nicht unbedingt senken muss, um sein Reduktionsziel zu erreichen, wenn man genug von den anderen Gasen reduziert.

Einer der Kernpunkte des Kyoto-Protokolls ist die Verankerung von  flexiblen Mechanismen, deren Grundidee es ist, Emissionsreduktionen möglichst kosteneffizient durchzuführen.

Das Modell der flexiblen Mechanismen ruft aber auch Kritik hervor, denn in der Praxis zeigt sich, dass dieses System nicht nur Vorteile mit sich bringt:  Emissionshandel und internationale Projekte - stimmen Theorie und Praxis überein?
 

Zum Weitersurfen

 UNFCCC: Infos zum Kyoto-Protokoll
 ACCC: Flexible Mechanismen
 Global 2000
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-10

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