Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Der eigene Beitrag zum Klimaschutz ist nicht zu unterschätzen

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Klimawandel und Klimaschutz fangen beim Einzelnen an. Dadurch, was man kauft, wie energieintensiv man lebt oder auch was man isst, nimmt man direkten Einfluss auf das Klima. Jede/r BürgerIn kann staatliche, betriebliche oder lokale Maßnahmen im Normalfall unterstützen oder ablehnen.

Vordergründig geht es darum die Bedeutung des Klimawandels zu verstehen. Dieses Verständnis kann dazu genützt werden, Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen, kritisch zu hinterfragen und zu verbessern oder kontraproduktive Schritte abzulehnen.

Andererseits ist es jedoch genauso wichtig, selber Aktionen zu setzen: Sei es als KonsumentIn, indem man sich bewusst für öffentliche Verkehrsmittel entscheidet, als Wohnungs- oder HausbesitzerIn, indem man sich für Dämmungsmaßnahmen und für Energie aus nachwachsenden Rohstoffen entscheidet oder als FirmenchefIn, indem man Klimaschutzmaßnahmen im Betrieb nicht nur unterstützt, sondern als Chance für das Unternehmen erkennt.
 

Was kann man selber tun?

Wenn man sich also entschließt, persönlich etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen, sollte man folgende „K.L.I.M.A. – Maßnahmen“ bedenken:
 
Konsum: energiesparende, recyclingfähige, lokale Produkte kaufen
Lebensmittel: lokale, saisonale und biologische Lebensmittel konsumieren
Innenraumtemperatur: die Heizung nicht zu warm, die Kühlung nicht zu kalt
Mobilität: Fliegen und Individualverkehr vermeiden
Aktive Beteiligung: Unterstützung von und Beteiligung an Klimaschutzaktivitäten
 

Konsum

Auch der einzelne Konsument kann einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Nachfrage nach klimaschonenden Produkten einer zunehmenden Zahl von KonsumentInnen unterstützt eine Veränderung des Konsumverhaltens in der Gesellschaft. So kann jeder sein demokratisches Recht in Anspruch nehmen und hat damit Einfluss auf die Nachfrage nach neuen Produkten und entsprechenden Innovationen.

Da es zur Zeit noch kein Klimalabel gibt, um klimaschonende Produkte auf einen Blick erkennen zu können, muss man andere Kriterien zur Auswahl von Produkten heranziehen. Die Mitberücksichtigung folgender Faktoren kann auch bei der Auswahl gleicher oder sehr ähnlicher Produkte helfen
  • die Energieeffizienz z.B. von Elektrogeräten
  • die Langlebigkeit von Produkten
  • die Reparatur- und Recyclingfähigkeit
  • die lokale Herstellung
  • die Länge der Transportwege

 

Lebensmittel

Die Lebensmittelindustrie hat einen großen Einfluss auf das Klima. Die Herstellung, die Veredelung und der Transport von Lebensmitteln führen zu beträchtlichen CO2-Emissionen. Gerade durch den Kauf von lokalen, saisonalen und biologischen Lebensmitteln haben die KonsumenteInnen die Möglichkeit, aktiven Klimaschutz zu betreiben.

Der Kauf von regionalen Produkten der Saison bedeutet nicht nur aktiven Klimaschutz, sondern auch einen aktiven Beitrag zu ihrer Gesundheit. Viele Lebensmittel haben einen langen Transportweg hinter sich und tragen damit zu beachtlichen CO2-Emissionen bei. Durch die Ernte im unreifen Zustand kommt es andererseits zu enormen Einbußen an wertvollen Pflanzeninhaltstoffen. Viele von ihnen werden nämlich erst bei vollständiger Reife gebildet. Es lohnt sich daher mehrfach, Obst und Gemüse der Saison zu bevorzugen. Man kann beispielsweise beim Biobauern einkaufen oder im Lebensmittelgeschäft auf das Herkunftsland der Produkte achten. Besonders bei gleichartigen Produkten sollte man saisonal-regionale Produkte bevorzugen. Der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen sind im Vergleich zur Masse der Produkte besonders bei Lufttransport unangemessen hoch.

Lebensmittel mit geringem energetischen Produktionsaufwand sollten bevorzugt werden. Man kann davon ausgehen, dass neben langen Transportwegen besonders intensivlandwirtschaftlich hergestellte Produkte großen energetischen Aufwandes bedürfen und daher im Regelfall klimaschädlicher sind. Wenn man sich als KonsumentIn dafür entscheidet, mehr Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft zu kaufen, fördert dies nicht nur diese nachhaltige Art der Landwirtschaft, sondern auch die eigene Gesundheit. Auch die Entscheidung, nicht öfter als zwei- bis dreimal in der Woche Fleisch- und Wurstwaren zu essen, hat positive Auswirkungen. Neben der Verminderung der Treibhausgasemissionen kann die problematische Massentierhaltung vermindert werden und gesünder ist es auch.
 Landwirtschaft als eine Ursache des Klimawandels
 

Innenraumtemperatur

Die Wahl der Innenraumtemperatur und die Wahl des Heizsystems (auch für Heißwasser) bieten ein großes Potenzial an Kosteneinsparung einerseits und Verminderung der Treibhausgasemission andererseits. Als Faustregel gilt, dass jeder Grad Innenraumtemperatur Einsparungen von etwa 6% mit sich bringt. Es lohnt sich also, sich im Winter für etwas geringere und im Sommer für etwas höhere Raumtemperaturen zu entschieden.

Maßnahmen im Zusammenhang mit der Raumtemperatur reichen von architektonischen Schritten über Isolierungen bis hin zu Geräteentscheidungen und der Möglichkeit, eher Stoßlüftung als Dauerlüftung mit dem Kippfenster durchzuführen. Es sei darauf hingewiesen, dass es zahlreiche Energiesparinstitute, Landes- oder Bundesstellen sowie Beratungsinstitutionen gibt, an die man sich wenden kann.
 

Mobilität

Der Verkehr stellt neben Industrie und Haushalt die größten  Klimabelastungen dar. Knapp die Hälfte der Belastungen im Zusammenhang mit Mobilität stammt von Pkws. Das ist auch der Punkt, an dem man selber ansetzen kann.

An erster Stelle steht ganz klar die Vermeidung der Nutzung von Pkws. Dadurch, dass öffentliche Verkehrsmittel oder auch das Fahrad bevorzugt und Flüge vermieden werden, kann man sehr viel zum Klimaschutz beitragen. Fliegen ist generell sehr klimabelastend, da Emissionen in atmosphärische Schichten gelangen, wo sie wesentlich stärkere Auswirkungen haben können. Eine weitere Möglichkeit ist auch das  Car-Sharing. Dieses führt einerseits zu einem bewussteren Umgang mit dem Pkw und andererseits dazu, dass weniger Fahrzeuge gebaut werden müssen. Denn die Herstellung, Wartung und Verwertung eines Pkw hat ebenfalls gravierenden Einfluss auf das Klima.
 

Aktive Beteiligung

Der Klimawandel ist – so wie der Beitrag der Menschen zu diesem Klimawandel - Realität.

Jeder Mensch hat vielfache (Mit-)Entscheidungskompetenzen, die er im Sinne des Klimaschutzes nutzen kann. Das kann in Unternehmen zum Beispiel von der energiesparenden und klimaschonenden Entscheidung bei Elektrogeräten oder EDV-Geräten über die Entscheidung über einen neuen Fuhrpark bis hin zu Großinvestitionen reichen. LehrerInnen haben die Möglichkeit, wichtige Entscheidungsgrundlagen, Gedanken und Ideen zu vermitteln.

Viele Schritte zum Klimaschutz sind nur möglich oder sinnvoll, wenn sie gleichzeitig von vielen Menschen getragen werden. Mittels der demokratischen Wahlfreiheit hat jeder Bürger und jede Bürgerin die Möglichkeit, internationale oder  nationale Maßnahmen zum Klimaschutz zu beeinflussen und mitzutragen. Da Klimaschutz auf allen Ebenen gleich wichtig ist, gilt dies nicht nur für Wahlen zum Nationalrat oder Europaparlament, sondern auch für Landtags- und Gemeinderatswahlen.

Auch kann man sich bei politischen Entscheidungsprozessen kritisch einbringen oder sich bei Klimaschutzorganisationen beteiligen. Grundlage ist natürlich, dass man sich ständig über die Folgen seines Tuns sowie über Klimaschutzmaßnahmen und ihre Wirksamkeit auf dem Laufenden hält.
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-10

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