Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Harte Arbeit und viel Spaß:
Lernen am Bauernhof

Wie entsteht Käse? Wie viel Arbeit erfordert es, bis Karotten und Maggikraut geerntet werden können? Wie wächst eine Kartoffel? Wie mache ich aus Körnern Brot? Wie geht eine Schafschur vor sich? Wie schaut der Alltag einer Bäuerin aus?
Antworten auf diese und ähnliche Fragen fanden SchülerInnen des BG Seekirchen auf dem Biobauernhof.
 

Zusammenfassung und Überblick

'Ernährung und Landwirtschaft' - so hieß das fächerübergreifende Projekt der dritten Klassen im BG Seekirchen im Sommerhalbjahr 2003 unter Beteiligung der Fächer Biologie, Informatik und Geographie. Zentrales Element war ein 'Arbeitstag am Bauernhof'.

Acht Bauern erklärten sich bereit, an drei Tagen je eine Gruppe von vier SchülerInnen bei sich aufzunehmen und bei den alltäglichen Arbeiten mithelfen zu lassen. Sie holten die SchülerInnen in der Früh von der Schule ab und brachten sie zu Unterrichtsschluss wieder dorthin zurück. Dazwischen lag zum Teil harte Arbeit, aber auch viel Spaß. Kommentar eines Buben, nachdem er eine Stunde lang im heißen Folientunnel Unkraut gejätet hatte: 'Na, wenn die das jeden Tag machen müssen ...'

Zur Vorbereitung erstellten die SchülerInnen einen Fragenkatalog, den sie mit den Bauernfamilien besprachen.

Daraus einige Auszüge:
  • War es schwierig auf Bio-Landbau umzustellen?
  • Ist der Umsatz höher geworden?
  • Wie viele Stunden pro Tag arbeiten Sie für Ihren Betrieb?
  • Wie viele Menschen arbeiten auf Ihrem Hof?
  • Wie wird eine Kontrolle durchgeführt?
  • Mit welchen Düngemitteln düngen Sie Ihre Felder?
  • Sind Sie Direktvermarkter und wo verkaufen Sie Ihre Produkte?
  • Kaufen Sie selber Bio-Produkte?


Vorbereitet wurde der Projekttag durch Bodenuntersuchungen, Internetrecherchen zum Thema Landwirtschaft und den Vortrag eines Biobauern in der Schule. Am Seekirchener Bauernmarkt führten die SchülerInnen Interviews durch. In Geographie ging es um die wirtschaftliche Lage, in Informatik wurde eine Präsentation zum Projekttag gestaltet. Auf dem Elternsprechtag gab es dann auch ein Biobuffet - natürlich mit den Produkten der besagten Biobauern. Auf der Grundlage ihrer Erfahrungen erstellten die Jugendlichen schlussendlich sogar noch eine CD-Rom.
 

Jugendliche und Landwirtschaft

Eine Umfrage der Europäischen Junglandwirte (Conseil Européen de Jeunes Agriculteurs - CEJA) aus dem Jahr 1999 ergab, dass europäische Kinder zwischen 9 und 10 Jahren bei 'Landwirtschaft' erst an fünfter Stelle an Produktion und Produkte denken, also den Landwirt als Lebensmittelhersteller sehen. Rund 30 % dieser 9-10-jährigen meinten, dass Baumwolle auf Schafen wachse.
Es liegt also auf der Hand, die offensichtlich verloren gegangene Beziehung zwischen Landwirtschaft und Ernährung wieder herzustellen. Dafür bieten sich gerade Projekte wie 'Schule am Bauernhof' sehr gut an, denn sie ermöglichen einen direkten Kontakt zum Bauern und seinen Produkten.
 

Kooperationspartner des Projekts

Leopold Prenninger
Bio-Berater der BIO ERNTE Austria
Schwarzstraße 19
5024 Salzburg
Tel.: 0662/87 05 71-312
 E-Mail

Josef Mangelberger
Vertreter der Biobauern im Flachgau
Kraiham 9
5201 Seekirchen
Tel. und Fax: 06212/71 28
 

Zum Weiterlesen

Schule am Bauernhof. Ein Leitfaden für LehrerInnen und bäuerliche Familien. (FORUM Umweltbildung)
Holst, C.; Report of a Representative Survey on 'Children's Knowledge on

Agriculture' for Stiching; CEJA Education
 

Zum Weitersurfen

 Schule am Bauernhof (siehe unter >Land > Bildung & Beratung > Schule am Bauernhof)


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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