Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Schulordnung

Idee

Alle sollen sich im Schulhaus wohl fühlen und sich aufeinander verlassen können! Die Kinder der VS Gratwein entwickeln die Regeln und Verordnungen für ihr Zusammenleben in der Schule gemeinsam mit den LehrerInnen, der Schulleitung und den Eltern und unterschreiben die beschlossene Hausordnung wie einen Vertrag.

Umsetzung

Am Anfang jedes Schuljahres ist das Verhalten im Schulhaus sowie das Gestalten des Miteinanders Thema im Unterricht aller Klassen der VS Gratwein. Die SchülerInnen gehen gemeinsam mit den LehrerInnen der Frage nach: „Was brauchen wir, damit wir uns in der Schule wohl fühlen?“ Schnell erkennen die Kinder, dass Regeln nicht nur „mühsam“ und „blöd“ sind, sondern auch Klarheit und Sicherheit bringen. „Für ein reibungsfreies Zusammenleben in der Schule brauchen wir Regeln“, ist Renate Kal-tenegger überzeugt, „werden diese jedoch nur von den Lehrkräften festgelegt, können sich die Kinder damit nicht identifizieren, verstehen nicht, warum es sie gibt. Damit es ,ihre’ Regeln werden, müssen die SchülerInnen bei ihrer Erstellung mitwirken.“
Die von den SchülerInnen und LehrerInnen erarbeiteten Punkte der Schulordnung werden den KlassenelternvertreterInnen weitergegeben, die dann Ergänzungen bzw. Änderungsvorschläge vornehmen. Anschließend beschließt das Schulforum die gemeinsamen Regeln. Die Hausordnung besitzt dann für ein Jahr Gültigkeit und wird gut sichtbar im Gang ausgehängt. Am Beginn eines neuen Schuljahres wird überlegt, ob alle Punkte der Hausordnung noch sinnvoll sind. Bestehende Regeln werden geändert, neue hinzugefügt (z.B. Handy). Die Kinder kleben das Blatt in ihr Sachunterrichtheft und zeigen mit ihrer Unterschrift – auch die Eltern unterschreiben –, dass sie diesem „Vertrag“ zustimmen.

Hintergrund

Ein weitgehend reibungsfreies Zusammenleben ist ohne Regeln und Vereinbarungen nicht möglich. Jede Schule regelt das ganz konkrete Zusammenleben in einer eigenen Hausordnung. Obwohl die Hausordnung hauptsächlich für die SchülerInnen gilt, wird sie üblicherweise von den Lehrkräften und der Schulleitung festgelegt. Daher erleben SchülerInnen dies oft als Bevormundung und Machtausübung durch Erwachsene, mit denen sie sich nicht identifizieren. Damit es auch „ihre“ Regeln werden, müssen die SchülerInnen aber in jedem Fall bei der Erstellung der Regeln mitwirken. Dies bedeutet, dass eine Hausordnung eigentlich jedes Schuljahr neu ausgehandelt werden muss, da mit jedem Herbst neue SchülerInnen in die Schule eintreten.


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

 zurück zur vorigen Seite