Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Der verzerrte Zebrastreifen

Stein des Anstoßes für dieses Projekt war eine in der Nähe des BORG Mittersil in Salzburg gelegene Kreuzung, deren sichere Benützung auf Grund des hohen Verkehrsaufkommens nicht möglich war. Die SchülerInnen der 7B des Bundesoberstufenrealgymnasiums Mittersill wollten die Unachtsamkeit der AutofahrerInnen und ihren allseits beliebten Hang zu Geschwindigkeitsübertretungen bekämpfen und hatten dabei eine zündende Idee.

Zusammenfassung und Überblick

Die Grundlage des Projekts entstammte der Beobachtung optischer Täuschungen im Physikunterricht. Es ist möglich, durch speziell angefertigte, verzert aufgemalte Zebrastreifen auf Grund optischer Täuschungen den Eindruck einer sich vor dem Lenker erichtenden Bariere zu erwecken, was vermutlich zu einer automatischen Geschwindigkeitsreduktion führt. Die SchülerInnen entwickelten gemeinsam mit iher Lehrerin Frau Prof. Mag. Ingrid Ninaus das Konzept für eine mögliche Verbesserung der betreffenden Verkehrssituation: den 'Verzerten Zebrastreifen'.

Der gemeinte Straßenabschnitt wurde zwar zu bestimmten Zeiten durch aktive und gut geschulte Schülerlotsen der Hauptschule gesichert, es bestand aber auch zu anderen Zeiten reger Fußgängerverkehr. Die SchülerInnen waren davon überzeugt, dass man durch derartige Zebrastreifen auch an kritischen Stellen in anderen Orten eine (fast) automatische Verkehrsberuhigung erreichen könnte, ohne Bodenschwellen oder ähnliche Maßnahmen anbringen zu müssen.

Da das Aufbringen von Bodenmarkierungen in Österreich gesetzlich geregelt ist und solche Modelle dabei nicht vorgesehen und daher nicht möglich waren, bat die Projektgruppe den Nationalratsabgeordneten Emmerich Schwemlein um Unterstützung und nahm mit Hern Mag. Feichtenschlager von der Bezirkshauptmannschaft Zell am See Kontakt auf.

Der erste verzerte Zebrastreifen wird eröffnet

Im November 2000 wurde das Verkehrssicherheitsprojekt der 7B 'Verzerter Zebrastreifen' dem Ausschuss des Nationalrates für Bürgerinitiativen und Petitionen zugewiesen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit besprach im März 2001 mit der Projektleiterin Frau. Prof. Ninaus den Organisationsplan eines Dreierversuches, der in Mittersill – begleitet von der 7B – stattfinden sollte. Nach einigen Vorversuchen und einer langen Zeit des Planens, Messens und Testens wurde dann im April 2002 die gesetzliche Grundlage zur Anbringung des optisch verzerten Zebrastreifens geschaffen. Im September 2002 war es dann endlich so weit. Der erste verzerte Zebrastreifen Österreichs wurde in Mittersill in Salzburg eröffnet.


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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