Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Essbare Landschaft:
Wildobst und Wildkräuter aus Wiesen und Wäldern

'Wir haben sehr viel darüber erfahren, was uns die wilde Natur an Kräutern und Gewürzen anbietet, ohne sie im Supermarkt kaufen zu müssen. Wir haben sie gesammelt und später in der Küche verkocht.' (Angelika Eder, Schülerin).

'Ich war erstaunt darüber, was man aus den Produkten der Natur alles herstellen kann. Auch der gute Geschmack überaschte mich.' (Verena Zeilerbauer, Schülerin)

Zusammenfassung und Überblick

Wildobst und Wildkräuter aus den Wiesen und Wäldern im Umkreis der Schule waren die Grundlage für schmackhafte Menüs, zubereitet von SchülerInnen der Höheren Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe in Ried am Wolfgangsee. Ziel des Projekts war es, das in Vergessenheit geratene Wissen über die Bedeutung und Verwendbarkeit der Pflanzen vor der Haustür wieder ins Bewusstsein zu bringen. Auf einem Landschaftsspaziergang erläuterte Seminarleiter Michael Machatschek die einzelnen Pflanzen und ihre Verwendbarkeit. Mit diesen genauen Sammelanweisungen ausgestattet begannen die SchülerInnen mit der Ernte.

Aus den gesammelten Zutaten haben die SchülerInnen fantasievolle Gerichte gezaubert: herzhafte Wildkräutersuppe, Hühnerbrüstchen mit Kräuterbutter, Brennnessel-Risotto, Brennnesselspinat, Kartoffelsalat mit Gierschblättern und Löwenzahn-Lindenblättersalat. Feingehackter Geißfuß aromatisiert den Brotteig, Margeriten und Bocksbart- und Pfingstrosenknospen kommen als gebackenes Vielerlei auf den Tisch.
Auch die Eltern konnten von den Kenntnissen der SchülerInnen profitieren. Nach einem Diavortrag standen ein Wildkräuterbuffet und ein umfangreiches Sortiment an Säften, Sirupen und Liköransätzen zum Verkosten bereit.

Kulturlandschaft und regionale Versorgung

Die Versorgung mit den zum Überleben notwendigen Gütern musste über Jahrtausende die unmittelbare Umgebung gewährleisten. Auch Bäume und Sträucher spielten dabei eine wichtige Rolle. Durch die Nutzung entstand im Laufe der Jahrhunderte eine in ständigem Wandel befindliche Kulturlandschaft.
Das Angebot an regionalen, saisonal und umweltgerecht erzeugten Lebensmitteln ist inzwischen wieder größer geworden, die Produktpalette in den Regalen der Lebensmittelketten und im Direktverkauf wird ständig erweitert. Fast vergessene Pflanzensorten und Tierassen kommen wieder zum Einsatz. So mancher Gastronomiebetrieb kocht heute nur noch mit regionalen, nachhaltig produzierten Lebensmitteln und trägt damit zum Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft bei.

Arbeitsaufträge für SchülerInnen

  • Wie würde sich unser Speiseplan zusammensetzen, wenn wir nur Erzeugnisse aus dem Umkreis von 10, 25 oder 50 km beziehen könnten?
  • Wie müsste die Landschaft aussehen, damit sie unseren Nahrungsbedarf gänzlich decken könnte?
  • Welche Nahrungspflanzen sind heimisch, welche wurden im Laufe der Jahrhunderte eingebracht? Wie prägen sie die Landschaft? (Mais, Kartoffel, Raps, Obst etc.)
  • Unkraut als Wildgemüse z.B. Ampfer, Hederich usw.
  • Alte Nahrungs- und Futterlieferanten in der Landschaft finden z.B. Maronibäume, Schneiteleschen
  • Passend dazu lesen Sie auch:  Ernährung: Mit Verantwortung genießen

Zum Weiterlesen

Nahrhafte Landschaft. Ampfer, Kümmel, Wildspargel, Rapunzelgemüse, Speiselaub und andere wiederentdeckte Nutz- und Heilpflanzen
Nahrhafte Landschaft. In: Forum Umweltbildung (Hrsg.): Leben in Hülle und Fülle. Vielfältige Wege zur Biodiversität
Naturküche der Meisterköche


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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