Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Restmülltrennung von Null auf Hundert – ein Abfallwirtschaftskonzept mit 100%igem Erfolg

Im BG/BRG Wels, Brucknerstraße (OÖ) – einer Schule mit ca. 1000 SchülerInnen und 100 LehrerInnen - wurde in Zusammenarbeit mit externen Experten ein Abfallwirtschaftskonzept entwickelt. Alle Beteiligten der Schulgemeinschaft wurden einbezogen und die Projektergebnisse legen eine Empfehlung dieses Abfall-Trennsystems für andere österreichische Schulen nahe – denn der Trennerfolg liegt bei nahezu 100% und die Kosteneinsparungen können sich sehen lassen.

Jedes Projekt hat ein Ziel vor Augen

Ziel war eine möglichst vollständige Reduzierung des Restabfalls (Reduzierung auf 1 %) und damit verbunden jährliche Kosteneinsparungen von ca. 3.500 Euro, denn die Entsorgung des Restabfalls verursacht hohe Kosten - zudem sind gemischte Abfälle ökonomisch und ökologisch wertlos. Dieses Ziel sollte realisiert werden durch
  • Erstellung eines Abfallwirtschaftskonzeptes
  • Praktische Umsetzung des Konzeptes (ökologische und ökonomische Verbesserung der abfallwirtschaftlichen Situation im Schulberreich)


Zusammenfassung und Überblick

Die Finanzierung des Trennsystems wurde von der Stadt Wels und dem Unterrichtsministerium unterstützt, und Experten vom Welser Abfallwirtschaftsverband (WAV) sorgten für die fachliche Unterstützung dieses Projekts.

Projektablauf

  • Praktische Müllanalysen (Art und Menge des Abfalls)
  • Erhebung der bisher praktizierten Abfall-Entsorgung
  • Fragebogen zum Thema 'Abfall-Trennung' für alle SchülerInnen und LehrerInnen
  • Exkursionen in andere Welser Schulen ('Wie machen es die anderen?')
  • Erarbeitung eines Projektplans und einer Projektdefinition
  • Entwicklung einer neuen Abfall-Logistik
  • Informationen an alle Beteiligten über die Funktionsweise des neuen Trenn-Systems und das korekte Trennen der gemischten Abfälle
  • mehrwöchige Testphase einzelner Trenn-Systeme
  • Einführung eines modernen Trenn-Systems in der gesamten Schule

Das im Sommer 1998 begonnene Projekt konnte bereits im April 1999 offiziell eingeführt werden. Bei einer Feier in Anwesenheit des Landesschulratspräsidenten, der kommunalen Politik-Prominenz, der lokalen Presse sowie des Lokalfernsehens wurde das neue Trennsystem präsentiert. Das Projekt wurde mit dem ERWIN-WENZL Preis 1999 und dem Landespreis für NATUR- und UMWELTSCHUTZ 1999 in Oberösterreich ausgezeichnet.


Mögliche Stolpersteine

Ohne Unterstützung durch externe Experten wäre die Durchführung des Projekts in diesem Umfang und dieser Qualität nicht möglich gewesen. Zwei Experten standen immer zur Seite – bei der Einführung in das Projektmanagement, bei der fachgerechten Durchführung der Müllanalysen, bei den Computerauswertungen der Untersuchungen bis hin zur Realisierung diverser Öffentlichkeitsarbeit. Sie waren mit ein Garant für die wissenschaftliche Aussagekraft der Projektergebnisse.

Natürlich könnte ein Projekt eines solchen Umfanges an der Finanzierung scheitern. In unserem Fall musste ein neues Trennsystem (ca. 9.000,- Euro)und eine Schüler-Zeitung mit allen wichtigen Informationen für die Beteiligten sowie der  „Schulmüll-Report' finanziert werden. Unterstützt wurde das Vorhaben von der Stadt Wels und vom Unterrichtsministerium.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Die Ergebnisse einer schulweit durchgeführten Fragebogenaktion bestätigen die überwiegende Bereitschaft der SchülerInnen und LehrerInnen, ihre Abfälle ordnungsgemäß zu trennen. Das Wissen und die Motivation der SchülerInnen und LehrerInnen zur Abfall-Trennung ist vorbildlich.

Nach der Einführung des neuen Trenn-Systems konnte schon in den ersten Monaten ein fast 100%iger Trennerfolg festgestellt werden. Die Einführung des neuen Systems erspart der Schule jährlich Entsorgungskosten von ca. 3.500 Euro.


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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