Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Wenn’s kracht – Konfliktlösung durch Peermediation

Idee

Gleichaltrige (Peers) sind die besseren StreitschlichterInnen! Diesem Leitspruch folgend tragen SchülerInnen im Grazer BRG Dreihackengasse zur Verbesserung der schulischen Konfliktkultur bei.

Umsetzung

Schon seit längerer Zeit verfolgt das Grazer BG Dreihackengasse unter dem Slogan „Schule zum Wohlfühlen“ verschiedene Anliegen zur Verbesserung des Umgangs der SchülerInnen untereinander. Als vom Landesschulrat ein Akademielehrgang zur Schulmediation angeboten wurde, nahmen daher eine Lehrerin und ein Lehrer der Schule das Angebot gerne an und implementierten im Anschluss an die Ausbildung (ab dem Wintersemester 2003) ein Programm zur Konfliktprävention an der Schule. Neben einem verpflichtenden Konfliktpräventionstag in jeder 1. Schulklasse werden den SchülerInnen auch zwei optionale Angebote gemacht. Einerseits das Training „Fair streiten lernen“, andererseits die einsemestrige Ausbildung zum/r Peermediator/in. Ausgangsüberlegung, Peermediation in der Schule einzuführen, war, dass Jugendliche oft besser als Erwachsene in der Lage sind, Zugang zu ihren gleichaltrigen MitschülerInnen zu finden, deren Probleme zu verstehen und diese auf einer gemeinsamen sprachlichen Grundlage zu klären.
Zahlreiche SchülerInnen der Mittelstufe meldeten sich für den Kurs an, wobei die Mädchen zahlreicher vertreten waren. In der Zeit von November 2003 bis Jänner 2004 führten die beiden SchulmediatorInnen die Ausbildung im Rahmen von zwei ganztägigen und fünf halbtägigen Seminaren durch. Die SchülerInnen erklärten sich bereit, nicht nur die Zeit für die Ausbildung zu investieren, sondern auch mindestens im aktuellen und kommenden Schuljahr als PeermediatorInnen an der Schule tätig zu sein. Die Aufgaben bestehen vor allem darin, Streit zwischen SchülerInnen zu schlichten und gemeinsam mit Konfliktparteien eine Lösung suchen. Durchschnittlich wurden etwa zehn Peermediationen pro Jahr von den SchülerInnen nachgefragt. Die PeermediatorInnen nahmen zudem auch an den in den ersten Klassen stattfindenden Konfliktpräventionstagen teil und unterstützen dort die SchulmediatorInnen.
Damit vor allem auch jüngere SchülerInnen vom Angebot der „StreitschlichterInnen“ Gebrauch machen konnten, präsentierten die ausgebildeten PeermediatorInnen ihre Arbeit in den ersten und zweiten Klassen in Form von Rollenspielen bzw. Mustermediationen. Am Tag der offenen Tür stellten die PeermediatorInnen ihre Arbeit in Form von Plakaten, Fotos und Berichten der interessierten Öffentlichkeit vor und verdeutlichten, dass Peermediation zur Entwicklung einer demokratischen – von Partizipation geprägten – Schulkultur beiträgt.

Hintergrund

Mediation ist eine Methode zur kooperativen Konfliktlösung. Mit Hilfe von MediatorInnen wird die Konfliktdynamik aufgearbeitet und von den Konfliktparteien eine gemeinsame Lösung gesucht. In der Schule können SchülerInnen diese Vermittlungsaufgabe übernehmen. Denn die Jugendlichen sind oft besser als Erwachsene in der Lage, Zugang zu ihren gleichaltrigen MitschülerInnen zu finden, deren Probleme zu verstehen und diese auf einer gemeinsamen sprachlichen Grundlage zu klären. Peermediation trägt zur Entwicklung einer demokratischen – von Partizipation geprägten – Schulkultur bei.


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

 zurück zur vorigen Seite