Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Der Fluss als Lebensader der Region

Eine ganzheitliche, nachhaltige Entwicklung von Flusslandschaften ist das neue Leitbild im Flusslandschaftsmanagment. Eingriffe in Flusssysteme werden demnach nicht nur hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Fluss selbst bewertet, sondern auch bezüglich ihrer Veränderungen auf die räumlich weiter gefasste Flusslandschaft - den Lebensraum des Menschen. Wie es gehen kann, zeigen Ausschnitte aus dem Mölltal-Leitbild.

Der Stein des Anstoßes:

Im Rahmen des Kulturlandschaftsprojektes „Flusslandschaftstypen Österreichs – Leitbilder für eine nachhaltige Entwicklung von Flusslandschaften“ wurde am konkreten Beispiel der Möll versucht eine Anleitung für die Umsetzung von FLusslandschafts-Leitbilder zu entwickeln, die in weiterer Folge auch auf andere Fließgewässer übertragen werden kann.

Folgende Arbeitsschwerpunkte waren wichtig:
  • Österreichweite Typisierung von Fließgewässern bzw. deren Abschnitte nach naturäumlich-ökologischem Potenzial.
  • Klassifizierung von Flusslandschaftstypen – natürliche und auch solche des menschlichen Wirkens.

Dabei wurden sowohl normative Szenarienvorgaben durch ökologische und sozio-ökonomische Kriterien wie auch partizipative Prozesse und deren Evaluierung mitgedacht.

Auszüge aus dem Mölltal-Leitbild:

Für das Ziel ein Regionales BürgerInnen-Leitbild der Flusslandschaft Möll zu erstellen fanden sich 15 Personen an einem Abend mit offenem Ende zu einem Zukunftsgespräch (Appreciative Inquiry Summit) im Mölltal zusammen.
Das Festlegen von Themenschwerpunkten, genaue Ziele als verbindliche Richtlinie für ein geeignetes Maßnahmenpaket, eine gemeinsame Vision über die zukünftige Entwicklung des Lebensraumes Mölltal sowie die richtige Motivation waren wichtige Eckpunkte in der Erstellung des Leitbildes.

Ein Anliegen der Personen war die Funktionsvielfalt rund um den Fluss zu erhalten und in einigen Punkten auch noch auszubauen. Die zahlreichen unterschiedlichen Biotope, die Funktion als Freizeitgestaltung und Naherholung sowie die ökonomische Nutzung als Quelle der Wasserkraftgewinnung sollten erhalten bleiben. Gleichzeitig war die Renaturierung der Möll geplant. Durch die Restaurierung der Mölltalauen sollte die Funktion der Uferabschnitte als Wasserückhalteberreich und somit Hochwasserschutzzone gestärkt werden.

Aufbauend auf einem Zeithorizont von ungefähr 30 Jahren wurden folgende Ziele und Maßnahmen erarbeitet:
  • Gemeinsame Erarbeitung von umwelt- und flussverträglichen, Intelligenten Lösungen zur Entsorgung bzw. Nutzung des Gletscherschliffs
  • Rechtzeitige Konzeption neuer Talschaftsverträge mit den
  • Energieversorgungsunternehmen: Sicherung von Arbeitsplätzen und Eigenrechten der Wassernutzung etc.
  • Forcierung der Abwassereinigung und Kanalisation
  • Forcierung von Innovationen im Bereich Wasser, wie z.B. Einführung der Marke „Mölltaler Tafelwasser“
  • Aufbau und Stärkung des Images der Möll zur „Lebensader des Mölltales“



Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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