Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Daten und Erinnerungen – Klimaforschung mit Schulen

Drei Schulen aus Hochwasseregionen nahmen gemeinsam mit einem Forschungsteam die extremen Wetterereignisse der letzten Jahrzehnte und ihre Auswirkungen genauer unter die Lupe. Beide Seiten konnten einen Gewinn daraus ziehen.

Überblick

Ausgangspunkt für dieses Teilprojekt war es, die kommende Generation so früh wie möglich mit der Problematik des Klimawandels, im Rahmen des Forschungsprojekts STARTCLIM, vertraut zu machen. Ziel war auch die Schüler bewusst mit dem Forschungsprozess und deren Funktionsweise bekannt zu machen. Auf diesem Weg erhielt auch die Klimaforschung wertvolle Daten und Impulse.

Projektziel

Das BG „Rechte Kremszeile“ und das ORG „Englische Fräulein“ in Krems – Schulen, die im August 2002 direkt oder indirekt vom Hochwasser betroffen waren, arbeiteten daraufhin eng mit dem Institut für Meteorologie der BOKU Wien und des Institutes für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (FF) zusammen.

Nach einer generellen Auseinandersetzung mit den Faktoren des Klimas und jenen Bereichen, die damit verbunden sind, wurden mittels Fragebogen Daten zu Witterungsextremereignissen gesammelt und einer Nachvollziehbarkeitsprüfung unterzogen. Spontane Straßeninterviews sowie Interviews im Seniorenheim über weiter zurück liegende Hochwassersituationen ergänzten die vorhandenen Daten. Die so gesammelten Daten wurden im EDV-Unterricht elektronisch erfasst und den Daten der Kremser Wetterstation ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) sowie den Schadensmeldungen der Hagelversicherung gegenübergestellt. Anschließend wurde von den SchülerInnen diskutiert, ob es zwischen den gemessenen Daten und den Extremereignissen sowie den Erinnerungen der Interviewten einen Zusammenhang gibt oder nicht – und warum.

Ergebnisse

Die SchülerInnen konnten aus der Gegenüberstellung der Daten erkennen, wie wichtig es ist zu wissen, wie aus externen Quellen Daten entstehen und in weiterer Folge eine richtige Interpretation daraus zu ziehen ist. Höhepunkt des Projektes war die öffentliche Präsentation der Ergebnisse, über die auch in lokalen Medien berichtet wurde.

Auch die wissenschaftliche Seite konnte aus der Kooperation profitieren und ihre Ergebnisdatenbank MEDEA mit den Daten der SchülerInnen ergänzen. Weitere Projekte ähnlicher Art sind in Planung.


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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