Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Mediationsverfahren: Natura 2000 Verwall

Als die Vorarlberger Landesregierung das Gebiet Verwall als Natura 2000-Gebiet auswies, kam es zu heftigen Konflikten zwischen den GrundeigentümerInnen, den NutzerInnen und den Behörden. Eine Mediation schien angebracht ... und zeigte Wirkung.

Das Ziel

Das Ziel des Mediationsverfahrens war die Erarbeitung von Vereinbarungen über die zukünftige Nutzung des ausgewiesenen Schutzgebietes zwischen den GrundeigentümerInnen, NutzerInnen, verschiedenen anderen Interessengruppen und den Behörden.

Zusammenfassung und Überblick

Zunächst führten die Mediatoren Vorgespräche und hielten Informationsveranstaltungen ab, um einen Überblick über die Konfliktsituation zu gewinnen und den vorläufigen Kreis der VerfahrensteilnehmerInnen festzulegen. Am Beginn standen der Informationsaustausch und die Aufarbeitung der bisherigen Ereignisse im Mittelpunkt.

Nach drei Verhandlungsrunden, zahlreichen Treffen der Arbeitsgruppen (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd und Tourismus), Exkursionen und Begehungen lag ein gemeinsam erarbeiteter Gesamtentwurf für die Vereinbarungen vor. Kern der Vereinbarungen waren Vorschläge, wie die einzelnen Nutzungen im Gebiet Verwall mit den Erfordernissen eines Natura 2000-Gebietes in Einklang gebracht werden können.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Das Mediationsverfahren erzielt eine Vereinbarung mit Festlegungen über die zukünftige Nutzung sowie über das Gebiets-Monitoring (Bericht über Zustand und Maßnahmenumsetzung anhand von bestimmten Indikatoren), auf die in der Natura 2000-Gebietsverordnung verwiesen wird.

Die Gebietsverordnung, die auf den Vereinbarungen des Mediationsverfahrens beruht ist im Oktober 2003 in Kraft getreten.

Ein Beirat wurde eingerichtet, in dem BehördenvertreterInnen, die Betroffenen und alle Interessengruppen vertreten sind. Der Beirat trifft sich ab 2004 einmal jährlich, um alle wichtigen Angelegenheiten das Natura 2000-Gebiet betreffend und die getroffenen Vereinbarungen zu besprechen.


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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