Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Müllvermeidung in der Schule: Wenn Partizipation gelebt wird, funktioniert es ganz zwanglos

Eine Analyse des Restmüllcontainers hat klar gezeigt – die Mülltrennung in der Schule funktioniert nicht sehr effizient! Die Schulgemeinschaft des BG/BRG Sillgasse in Innsbruck hat beschlossen, Theorie in die Praxis umzusetzen. Für die Ist-Analyse haben die SchülerInnen den Restmüll analysiert und dabei heraus gefunden, dass ein hohes Einsparungspotenzial möglich ist. Die Umsetzung erfolgte ohne Zwang und ist ein großer Erfolg.


Jedes Projekt hat ein Ziel vor Augen
  • Müllvermeidung: Einsparung eines 800-l-Containers
  • Ausstattung aller Klassen mit einer Müllsammelstelle
  • Einrichtung zentraler Müllsammelstellen
  • Eigenverantwortung der SchülerInnen erhöhen
  • Aludosen- und Tetra-Pak-freie Schule
  • Einbinden aller Beteiligten (SchülerInnen, Direktorin, LehrerInnen, Sekretärinnen, Schulwarte)

Zusammenfassung und Überblick

Für die Erhebung des Ist-Zustandes wurde in den einzelnen Klassen ein Fragebogen zur Mülltrennung ausgegeben und das Ergebnis der Umfrage in Plakatform gestaltet. Da sich alle Beteiligten an der Schule für eine effiziente Mülltrennung entschieden haben, wurde auch die Situation im Konferenzzimmer, im Sekretariat und in den Zweckräumen erhoben. Um sich ein noch genaueres Bild über die Mülltrennung zu machen, sollten auch die Restmüllcontainer analysiert werden. Dabei wurde klar, dass es durchaus realistisch wäre, einen 800-l-Container – und damit ca. 850 Euro jährlich - einzusparen, wenn die Mülltrennung in der gesamten Schule effizienter praktiziert würde. Denn Kunststoff und Papier machten einen Großteil des Restmülls aus.

Informationen zur Müllvermeidung an alle Beteiligten: Klassenvorstände, Eltern, die beauftragte Putzfirma und der Schulwart als Betreiber des Schulbuffets wurden über sinnvolle Möglichkeiten zur Vermeidung von Müll informiert.
Die SchülerInnen der 4. Klasse haben es sich zur Aufgabe gemacht, den ersten und zweiten Klassen das neue Mülltrennungssystem näher zu bringen. Um das Interesse der SchülerInnen zu wecken, wurden Quizspiele, ein Sketch, ein Müllsong und ein Plakat über das richtige Mülltrennen erarbeitet sowie ein kurzer Informationsblock vorbereitet.

“No Alu and No Tetra in our School”

Angeregt durch das Ergebnis der Restmüll-Analyse kam das Müllanalyseteam auf die Idee, eine Aktion zur Vermeidung von Alu-Dosen und Tetra-Paks zu starten. Da ein Verbot der Verpackungen nicht sinnvoll erschien, startete das Team eine Umfrage – und über 80% der SchülerInnen konnten sich einen Verzicht dieser Einwegverpackungen vorstellen. Ermutigt durch dieses Ergebnis wurde das Vorhaben durch einen SGA-Beschluss und durch eine Abstimmung innerhalb des Lehrkörpers abgesichert (Abstimmungsergebnis: einstimmig!).

Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Im Laufe des Projekts wurden mehrere zentrale Müllsammelstellen eingerichtet. Kürzere Gehwege, zahlreiche selbst gestaltete Informationsplakate und eigene MüllbetreuerInnen sorgen für eine bessere 'Trennungsmoral'. Wöchentlich erfolgt die Entleerung durch SchülerInnen, die auch die Trennung kontrollieren. Alle Klassen wurden mit einem einheitlichen Mülltrennsystem ausgestattet.

Das BG/BRG Sillgasse wurde ab dem Schuljahr 1998/99 zur Aludosen- bzw. Tetra-Pak-freien Zone erklärt! SchülerInnen, die mit einer Aludose bzw. einem Tetra-Pak angetroffen werden, werden nun auf die neue Regelung aufmerksam gemacht. Auf Strafregelungen wurde ganz bewusst verzichtet.

Klassenjobs: SchülerInnen übernehmen innerhalb ihrer Klasse mehr Verantwortung für das Aussehen und die Ordnung! Wichtig ist, dass die Aufgabenberreiche nicht durch die ständig wechselnden Klassenordner erledigt werden. Die verschiedenen Aufgaben werden am Anfang des Schuljahres für mindestens ein Semester an einzelne SchülerInnen vergeben und auf einer eigenen Anschlagtafel in der Klasse ausgehängt


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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