Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Kinderschule Knallerbse: " ...Wir wollen mehr wissen!"

Die SchülerInnen der Kinderschule Knallerbse wollten es ganz genau wissen und versuchten dem Geheimnis 'Raumempfinden' und 'Farbe' mit allen möglichen Mitteln auf die Spur zu kommen. Die Überprüfung der Grazer Öffentlichkeit in Bezug auf Kinderfreundlichkeit durch die SchülerInnen erwies sich sodann als Geburtsstunde einer 'neuen Erfindung', die sich sehen lassen kann.

Ausgangssituation

Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht
Gruppe von 9 Kindern zwischen 8 und 13 Jahren
Als Aktionsort steht ein großer, heller Raum mit ca. 60 m² zur Verfügung.

Ziel

Bewusstseinsbildung durch Eigentätigkeit:
  • Wir sind RAUMdetektive
  • Wir wollen Räume und ihren Zusammenhang mit uns erforschen
  • Wir sind unheimlich neugierig, wer da eigentlich wen beeinflusst!

Arbeitsprozess - Was ist passiert?

  • Wahrnehmen - Sinne wecken:
    - WAS ist RAUM eigentlich?
    - Wo ist RAUM?
    - Wie kann er sein?
    - Wofür gibt es RÄUME?
    - Wie lange bestehen sie?
    - Woraus sind sie gemacht?
    - Was gibt es für Räume?
    - Was tun sie mit mir?
  • Einflussfaktoren entdecken und begreifen und selber einer davon sein.
  • TRAUMRÄUME bauen und 'bewohnen'
    Entwicklung vom öffentlichen Gemeinschaftsberreich über 'bewegliche' Verbindungen bis zum Kuscheleck, das niemals fehlen darf.
  • Experimente mit Bewegung und Geschwindigkeit, Veränderung von Licht, Farben, Größen und Höhen, Grenzen etc.
    Was passiert, wenn ich was tue? Was empfinde ich dabei?'
  • Unter dem Blickwinkel der gemachten Erfahrungen wird die eigene Schule untersucht (Rollenspielraum, Bibliothek, Küche, Gänge).
    Die eigenen Bedürfnisse werden immer klarer, z.B.: Wir brauchen auch ruhige Bereiche, wo man allein sein oder in Ruhe ein Buch lesen kann!

Modellhafte Lösungen für konkrete Situationen werden erarbeitet:
  • Geschwindigkeitsbremsen am Gang
  • Klärung der Eingangssituation
  • Prinzip Ordnung erleichtert die Orientierung
  • Sauberkeit
  • Liebevoller Empfang mit Farben und Pflanzen am Eingang
  • Fenster sollen keine Löcher sein

Weitere Aktivitäten der Kinderschule Knallerbse

  • Besuch im Lichtlabor der TU-Graz
  • Experimente in vorbereiteter Umgebung: Lichtfarben, Helligkeit, Gefühle, farbige Schatten
    '... Wie verändert verschiedenes Licht einen Raum?'
    '... Traurige, harte, weiche Beleuchtung ...'
    '... Farben können einfach verschwinden!'
    '... Unsere Augen können Farben erzeugen!'
  • RAUM-Detektive in der Stadt
    Die SchülerInnen der Kinderschule Knallerbse machten sich auf und untersuchten die Stadt auf ihre Kinderfreundlichkeit.
    Es war spannend zu beobachten, mit welcher Sensibilität und welchem Gespür die Kinder öffentliche und halböffentliche Plätze und Gebäude (z.B. Schule) auf ihre 'Kinderfreundlichkeit' hin untersucht und Verbesserungs- wie auch Gestaltungsvorschläge erarbeitet haben ('Wenn die Türe nicht schön ist, hat man keine gute Begrüßung!', '...Weiß ist langweilig!').
  • 'Es ist alles zu hoch!'
    Ein schier unlösbares Problem scheinen die Höhen von Klingeln, Regalen, Hinweistafeln, Mülltonnen, Lichtschaltern zu sein. Eine mögliche Lösung liegt darin, nicht die Welt zu den Kindern zu bringen, sondern den Kindern zu helfen, sie sich zu erobern.
    Das war die Geburtsstunde der KIF©-Stufen (Kinderfreundlichkeitsstufen).



Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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