Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Jugendtankstelle Mühlviertler Alm

Projektsteckbrief

 Name des Projekts:
Jugendtankstelle Mühlviertler Alm

Prozessbetreuung:
Aufbau der Jugendtankstelle: Regionale Agenda Mühlviertler Alm
Betreuung der Jugendtankstelle: durch eigenes ausgebildetes Team

Geografischer Wirkungsort:
Mühlviertler Alm, Oberösterreich: Gemeinden Kaltenberg, Königswiesen, Liebenau, Pierbach, Schönau, St. Georgen am Walde, St. Leonhard, Unterweißenbach, Weitersfelden

Hintergrund

Die Idee, eine Jugendtankstelle für die Mühlviertler Alm zu erichten, wurde im Zuge des Regionalen Agenda 21-Prozesses geboren. Schon bei der ersten großen regionalen Zukunftswerkstätte am 20. Jänner 2001 wurde von den ungefähr 140 Anwesenden der Wunsch nach struktureller Jugendarbeit deutlich artikuliert. Es fehlt der verbindende Knotenpunkt zum Aufbau eines regionalen Netzwerkes für die außerschulische und überparteiliche Jugendarbeit. Durch viele Arbeitstreffen wurde das Projekt mit vielen Jugendlichen weiterentwickelt zu einem ausgereiften Konzept zu einer regionalen Plattform, der Jugendtankstelle Mühlviertler Alm.

Projektziele

  • Die Mühlviertler Alm schafft ein regionales Netzwerk zur Förderung und zum Aufbau von Jugendkooperationen und Jugendaktivitäten
  • Schaffung einer Gruppe gut ausgebildeter Vertrauenspersonen (= Plattform Jugendtankstelle) als AnsprechpartnerInnen und Mittelspersonen zwischen den Gemeinden und öffentlichen Stellen einerseits und den Jugendlichen der Region andererseits
  • Wecken von Gruppenverantwortung und Gemeinschaftsdenken bei den Jugendlichen
  • Steigerung der Attraktivität der Region für junge Leute und somit ein Beitrag zur Verhinderung der Abwanderung
  • Bewusstseinsbildung zur Hebung des Stellenwertes der Jugendarbeit

Am Prozess beteiligte Personen, Personengruppen und ihre Aufgaben

  • Aufbau der Jugendtankstelle: Projektteam, Kernteam der Jugendtankstelle, Vorstand der Jugendtankstelle, Diözese, Pfaren, LA21-BetreuerInnen, Gemeinden der Mühlviertler Alm, Geschäftsführer Mühlviertler Alm
  • Projektteam: Umsetzung des Projekts Jugendtankstelle, Verfolgung der Ziele, Betreuung des Kernteams, Durchführung von Aktionen mit Jugendlichen, Bindeglied zwischen den einzelnen beteiligten Gruppen des Projekts
  • Kernteam (ca. 25 Jugendliche aus der Region): MeinungsbildnerInnen, MitgestalterInnen des Projekts, MitarbeiterInnen bei Aktionen und Aktivitäten, Sprachrohr zu Jugendlichen in den Gemeinden
  • Vorstand (Almobmann, Geschäftsführer, Dechant, Diözese, Projektteam, LA21-Mitglied, 4 Jugendliche): Sicherung der Finanzierung des Projekts, Kontrollorgan (ob Ziele verfolgt werden), Ideengeber und Unterstützer
  • Diözese (KJ): Ausbildung und Begleitung des Projektteams
  • LA21-Begleiter: Gemeinsam mit Jugendtankwart Bindeglied zum Kernteam der Lokalen Agenda 21, Multiplikator
  • Pfaren, Gemeinden: Unterstützerinnen in allen Belangen, Inanspruchnahme von Angeboten der Jugendtankstelle


Aufgaben der Jugendtankstelle

  • Organisation von Events und Aktivitäten mit und für die Jugendlichen der Region
  • Unterstützung und Fortbildungsaktivitäten für JugendleiterInnen der Region
  • Schnittstelle zu sein zwischen den Gemeinden und den Jugendlichen
  • Vernetzung von Jugendgruppen und Jugendlichen in der Region
  • Informationsaustausch
  • Anlaufstelle für diverse Jugendfragen

Projektlaufzeit

Projektphase I: Laufzeit bis Juli 2007
Nach einer Evaluierung wird angedacht das Projekt ohne größere Veränderungen weiterzuführen.

Finanzierung

Quellen: Diözese, Land, Gemeinden, Pfaren, Sponsoren
Stellenanteil: Betreuung Jugendtankstelle: 1 volle Stelle (Jugendtankwart/Jugendtankfrau) und 1 halbe Stelle (Dekanatsjugendleiterin, 15 h)

Ablauf des Prozesses

Bei der Zukunftswerkstätte 2001 im Rahmen der regionalen Agenda Mühlviertler Alm wurde der Wunsch nach einer Anlaufstelle für Jugendliche in der Region geäußert und von den Beteiligten unterstützt. Auch der Begriff Jugendtankstelle, eine Anlaufstelle, bei der die Jugend auftanken kann, wurde bereits genannt. Die Idee wurde aufgegriffen und in zahlreichen weiteren Treffen mit Jugendlichen der Region vertieft und verfeinert. Eine frühere Umsetzung scheiterte an der Finanzierung, welche im Herbst 2004 mit der Projektbegleitung der Diözese Linz gesichert wurde. Seither läuft das Projekt und erfreut sich großer Befürwortung, Beliebtheit und Bekanntheit.

Ergebnisse des Projekts

  • Schaffung der Jugendtankstelle mit 1½ Stellen im Jahr 2004
  • Bis zu 40 ehrenamtliche Jugendliche für die Organisation von Aktivitäten
  • Schaffung eines Jugendteams (Kernteam) in der Region
  • Vernetzende Jugendaktivitäten

Schwierigkeiten und Erfolge im Prozess und bei der Umsetzung

Schwierigkeiten: anfangs Sicherung der Finanzierung, Wechsel der Jugendlichen im Kernteam, Unterschiedliche Motivation der Jugendlichen in den Gemeinden
Erfolge: alle Gemeinden/Pfaren unterstützen das Projekt, im Kernteam sind Jugendliche aller Gemeinden/Pfaren vertreten, große Bekanntheit des Projekts (weit über die MVA hinaus), die unterschiedlichsten Angebote werden von Jugendlichen angenommen, kein Parteipolitikum

Fazit

Vom Jugendtankwart Klaus Preining: 'Gute, gewachsene Jugendarbeit braucht seine Zeit – das gilt auch für die Jugendtankstelle. Man kann nicht innerhalb kürzester Zeit von 0 auf 100 starten oder z.B. ein Jahr Pause in der Jugendarbeit einlegen. Das Pilotprojekt Jugendtankstelle der Mühlviertler Alm ist gut gestartet und auf dem richtigen Weg, Jugendarbeit in dieser einzigartigen Region zu festigen.'


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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