Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Regionale Schulagenda Enns Grimming Land

Projektsteckbrief

Name des Projekts:
Schule im Enns Grimming Land

Prozessbetreuung:
durch das Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark (UBZ Stmk.)

Am Prozess beteiligt:
Die Volks- und Hauptschulen im Enns Grimming Land: VS Aigen im Ennstal, VS Donnersbach, HS Irdning, VS Irdning, VS Liezen, VS Weißenbach/Liezen, HS Stainach, VS Stainach, VS Wörschach, VS Unterburg

Beteiligte Personen in der Schule: Je 1-2 VertreterInnen pro Schule, in der Regel DirektorIn, bei den Treffen; Ausarbeitung der Fragen bzw. Bearbeitung von Themen der Region mit den SchülerInnen im Unterricht.

Geografischer Wirkungsort:
Enns Grimming Land (Ennstal)

Hintergrund

Seit einigen Jahren haben sich neun Gemeinden im Ennstal zum  Enns Grimming Land zusammengeschlossen. Im Rahmen einer nachhaltigen Regionalentwicklung beginnen die Gemeinden in den unterschiedlichsten Bereichen eng zusammenzuarbeiten. Begleitet werden sie dabei von der  Ökologischen Landentwicklung Steiermark.

Da den Volks- und Hauptschulen der Region eine besondere Bedeutung bei der Entwicklung einer regionalen Identität zukommt, wurde  das Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark (UBZ Stmk.) von der  Fachabteilung 19D Abfall- und Stoffflusswirtschaft und Nachhaltigkeit des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung mit der Begleitung des regionalen Schulagendaprozesses beauftragt.

Projektziele

Ziel ist es, die Schulen untereinander zu vernetzen und die regionale Identität im Enns Grimming Land im Kontext der Globalisierung zu stärken, indem die Besonderheiten der eigenen Region sichtbar gemacht werden.

Projektlaufzeit

Schuljahr 2005/06, Nachbetreuung im Herbst 2006

Finanzierung

Die Finanzierung erfolgte über das Projekt 'Schulinitiative Nachhaltigkeit' im Auftrag der Fachabteilung 19D des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung. Im Zeitraum Oktober bis Juni waren zwei Mitarbeiterinnen des UBZ im Umfang von 15 Wochenstunden beschäftigt.

Ablauf des Prozesses

Bei der Informationsveranstaltung im Herbst 2005 trafen die VertreterInnen der Schulen eine Auswahl aus der Angebotspalette des UBZ. Es folgten Workshops und Treffen mit jeweils 1 – 2 VertreterInnen pro Schule, wo an den Inhalten gearbeitet wurde bzw. Erfahrungsaustausch stattfand. Koordinations- und Kontaktstelle zu den Schulen war das UBZ Stmk., die Kontaktstelle zur Regionalen Agenda und zu den Gemeinden war die Ökologische Landentwicklung.

Ergebnisse


Gemeinsame Entdeckungsreise: Das Quiz

Der erste mit den SchulvertreterInnen vereinbarte Schwerpunkt war die Erstellung der Quiz-CD-ROM  Entdeckungsreise Enns Grimming Land für die Volks- und Hauptschulen. Die Erkundung der eigenen Gemeinde war der Anfang. Mit den Fragen, die die Lehrenden mit den Kindern zu Geschichte, Geografie, Wirtschaft, Landwirtschaft, Kultur, Freizeit und Sport sammelten, erstellte das UBZ Stmk. eine CD-Rom. Diese wurde allen Schulen zur Vervielfältigung zur Verfügung gestellt. Ziel der 260 Fragen des Quiz ist es, den jungen Menschen des Enns Grimming Landes spielerisch Wissen über die Besonderheiten der Region zu vermitteln und sie dazu anzuregen, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Das Quiz dient auch als Basis für die weitere Beschäftigung mit Themen der Region.

Das Erlebnisfest
Ursprünglich war zum Quiz eine Quizshow vorgesehen. Im Laufe des Schuljahres wurde auf Wunsch der SchulleiterInnen aus den Inhalten der CD-Rom ein Erlebnisfest. Das Fest fand am 4. Juli 2006 für alle Pflichtschulklassen von der 3. bis zur 6. Schulstufe in Kooperation mit dem Landesmuseum Joanneum im Landschaftsmuseum in Schloss Trautenfels statt. Über 300 Kinder aus der Region konnten mit einem Stationenplan das Schloss erkunden, Neues ausprobieren und ihr Wissen testen. Dabei wurden die interaktiven Stationen zu den Themen des Enns Grimming Landes von den Schulen selbst gestaltet.

Schwierigkeiten und Erfolge

Eine Schwierigkeit war schon zu Beginn die mangelnde Identifikation der beteiligten LehrerInnen mit dem Enns Grimming Land als regionaler Zusammenschluss. Der Zeitpunkt für die Initiierung des Projekts im Herbst 2005 war ungünstig, da zeitgleich durch negative Presseberichte eine allgemeine Verunsicherung in der Bevölkerung zu spüren war. Die Schulen bekundeten ihre Teilnahme zur regionalen Schulagenda aus Pflichtgefühl und nicht aus innerer Motivation, wie sich im Laufe des Schuljahres herausstellte.

Die Identifikation stieg erst, als die Quizshow gemeinsam zum Erlebnisfest umgewandelt wurde und die CD-Rom bei den SchülerInnen sehr guten Anklang fand. Ein großer Erfolg war das gemeinsam gestaltete Enns Grimming Land Erlebnisfest. Die LehrerInnen fanden die CD-Rom für den zukünftigen Einsatz in der Schule sehr brauchbar.

Fazit

Schulen kommt in einem Regionalentwicklungsprozess eine bedeutende Rolle zu, da über die SchülerInnen hinaus auch ein Teil der Bevölkerung erreicht wird. Um nachhaltige Ergebnisse zu erlangen, ist ein Schuljahr als Projektzeitraum sehr kurz. Vor Beginn der inhaltlichen Arbeit sollte mehr Zeit für eine gemeinsame Zieldefinition sein, auch auf die Gefahr hin, dass das Interesse an einem gemeinsamen Projekt bei den Schulen zu diesem Zeitpunkt nicht passend ist. Andererseits waren nach Sichtbarwerden der ersten Ergebnisse Gemeinschaftsgefühl, Stolz, Motivation und Identifikation zu spüren. Die Schulagendabetreuung des UBZ Stmk. war ein wichtiger erster Schritt, Themen der Region und Regionalentwicklung verstärkt in die Schulen zu bringen. Die nachhaltige Weiterführung der begonnenen Aktionen und die langfristige Integration der Themen in den Schulalltag bedürften zusätzlich einer regionalen Schnittstelle.


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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