Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Grünraum statt Verkehrshölle

Projektsteckbrief

Name des Projekts:
Grünraum statt Verkehrshölle

Prozessbetreuung:
Agenda Wieden (betreut von Plansinn GmbH)

Am Prozess beteiligte Personen:
2 LehrerInnen der AHS Wieden (InitiatorInnen)
SchülervertreterInnen
ElternvertreterInnen

Geografischer Wirkungsort:
Schulvorplatz im Bereich der Gürtelnebenfahrbahn, Wiedner Gürtel, Wien 4. Bezirk, rund um die AHS Wieden

Projektstatus: laufend


Hintergrund

Der Eingangsberreich der AHS Wiedner Gymnasium liegt nur durch einen schmalen Grünstreifen und eine Nebenfahrbahn getrennt direkt am stark befahrenen Wiedner Gürtel. Der Eingangsberreich wird von SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen der Schule als Aufenthaltsort unterschiedlich genutzt, aber die Qualität des Aufenthalts wird derzeit von einigen Faktoren beeinträchtigt: Die vielen schnell fahrenden Autos und LKWs auf dem Gürtel erzeugen Lärm und auch optische Unruhe. Die Flächen vor der Schule boten auch keine Sitzgelegenheiten oder andere Gestaltungselemente. Der Bereich vor der Schule ist oft stark verschmutzt.

Der 'Grünstreifen' zwischen Gürtel und Gürtelnebenfahrbahn soll nun genutzt werden, um den Vorplatz zu beruhigen und damit die Aufenthaltsqualität zu steigern. Zusätzlich sollte dieser wichtige Ort der Kommunikation durch organisatorische und gestalterische Maßnahmen aufgewertet werden. Dabei haben die HauptnutzerInnen – SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen – gemeinsam die Gestaltungsziele definiert.

Als erstes Wiedner Agendaprojekt erhält diese Initiative vom Agendabüro Unterstützung durch gemeinsame Workshops und der Kommunikation mit den zuständigen Behörden.

Ziele des Projekts

  • Kooperative Planung: SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen stellen gemeinsame Überlegungen zu Qualitäten und Gestaltung an
  • Einen Platz schaffen, der zum Verweilen einlädt
  • Möglichst viel nutzbaren Raum gewinnen, Straßenraum gesamt einbeziehen um Platzgefühl zu schaffen
  • Lärmveringerung um den Platz für Kommunikation besser nutzen zu können
  • Ästhetische Aufwertung des Vorplatzes, entsprechend der renovierten Schule
  • Rasche Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen

Projektlaufzeit und Stand des Projekts

Start Herbst 2005, Ende offen
Derzeitiger Stand (Oktober 2006): Verhandlungen mit Bezirksvorstehung und MA 46 bzgl. der Nutzung der Gürtelnebenfahrbahn (temporäre Spere während Schulzeit, Entfernung der Parkplätze und Zuschlag der dadurch gewonnen zusätzlichen Breite zum Vorplatzberreich etc.)

Finanzierung

Die Agenda Wieden wird zu 50% von der Stadt Wien und zu 50% vom Bezirk getragen.
Die Arbeit des Agenda-Teams (bis auf die Prozess-Begleiterin) beruht auf ehrenamtlicher Basis.

Ablauf des Prozesses

  • Beginn: Treffen der LehrerInnen-, SchülerInnen- und ElternvertreterInnen – es werden die Ziele definiert und Ideen für die Umsetzung angedacht
  • Einbeziehung der zuständigen Magistratsabteilungen und der Bezirksvertretung – Klärung der Handlungsspielräume für die Vorhaben der AgendaGruppe
  • Vorstellung des Projektes beim Gürtelbeirat, der dieses Projekt in Zukunft auch unterstützt
  • Agendagruppe entwickelt verschiedene Varianten für die Aufwertung des Schulvorberreichs – Klärung dieser mit den zuständigen Magistratsabteilungen, der Bezirksvertretung in Bezug auf Umsetzbarkeit und Finanzierung

Bisherige Ergebnisse des Projekts

Am 30. März 2006 konnte ein erster Teilerfolg für eine bessere Nutzbarkeit des Schulvorplatzes erreicht werden. Die MA 28 stellte unter Anleitung der SchülervertreterInnen auf der Gehsteigfläche westlich des Haupteingangs vier Bänke, einen Tisch und drei Mistkübel auf.

Ein weiterer Teilerfolg war auch, dass die Vortrittsregelung der Nebenfahrbahn geändert wurde, was eine Verlangsamung des Verkehrs auf der Nebenfahrbahn vor der Schule gebracht hat.

Schwierigkeiten und Erfolge

Schwierigkeiten
Das Projekt hat sich ziemlich ausgeweitet, von einer anfänglich einfachen Idee der Grünstreifenbepflanzung zu einem Projekt, welches städtebaulich aufwändige Eingriffe verlangt. Das Ganze hat daher an Komplexität und Zeitaufwand zugenommen.
Die Zuständigkeiten liegen auf verschiedenen Verwaltungsniveaus (Bezirk, Stadt) und verschiedenen Ämtern (MA 46, MA 28, MA 42), was den Prozess teilweise langwierig und kompliziert macht: Wer ist wofür zuständig? Wer trifft welche Entscheidungen?
Konfliktpotential birgt das Projekt insofern, als dass sich die Interessen der Schule und der AnrainerInnen in die Quere kommen könnten.

Erfolge
Es tut sich etwas!
Einrichtung der Sitzgelegenheiten vor der Schule (Kosten: ca. 4.500,- Euro)
Änderung der Vorangregelung an der Kreuzung Radeckgasse - Gürtelnebenfahrbahn; dadurch langsamerer Verkehr im Bereich vor der Schule; Kosten: ca. 500.-€ Verkehrszeichen, 500.-€ Bodenmarkierung

Fazit

Auch bei grundsätzlich hoher Kooperationsbereitschaft politischer EntscheidungsträgerInnen und bei überdurchschnittlich hohem Commitment für partizipatives Vorgehen sind die verkehrsorganisatorischen Möglichkeitsräume im städtischen Raum relativ beschränkt. Um hier den Horizont und Spielräume zu erweitern, bedarf es guter Argumente, eines langen Atems und intensiver Lobyingarbeit. Beteiligte, die schnelle Fortschritte erzielen wollen, können sich mit erfreulichen Teilerfolgen trösten, müssen Geduld aufbauen und in strategischen Varianten denken.
Jene, die sich für ihre Anliegen im Rahmen eines Agendaverfahrens engagieren, sind zwar quasi 'Delegierte' der Schulgemeinschaft (LehrerInnen, SchülerInnen, Eltern), müssen aber Entscheidungen und Vereinbarungen treffen, die vielen passen und anderen wieder nicht. In dieser Entscheidungsrolle sollten ProzessbegleiterInnen sie stärken.

Kontakt

Kirsten Förster
AgendaWieden Büro
Wiedner Hauptstraße 54/13a
1040 Wien

Tel.: 01/585 33 90-18
Fax: 01/585 33 90-40

E-Mail

Homepage der AgendaWieden


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