Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Youth@Visions.06 - Gymnasium und LFS Schlierbach

Projektsteckbrief

Prozessbetreuung:
Workshops: Südwind NÖ Süd
Schulen: je 1 Fachlehrer pro Schule: Gymnasium Schlierbach: Geografie; landwirtschaftliche Fachschule (LFS): Religion

Am Prozess beteiligte Personen:
In Schlierbach: 2. Klasse der LFS mit dem Religionslehrer J. Preundler, Klasse 7B des Stiftgymnasiums mit dem Geografielehrer J. Gappmeier (Jahrgang 2005/06)
Österreichweit: 15 Schulen in den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Wien, Steiermark

Geografischer Wirkungsort:
2. Klasse der LFS Schlierbach und Klasse 7B des Stiftgymnasiums (Jahrgang 2005/06)
Präsentation der Resolution gemeinsam mit den anderen Schulen an Umweltminister Pröll sowie an regionale Stakeholder in Kirchdorf/Krems.

Hintergrund

Youth@Visions.06 ist 2005 von einem Projektteam bestehend aus Ökosozialem Forum Europa, Südwind NÖ Süd, Forum Umweltbildung und AIESEC ausgearbeitet worden, um ein Bildungsangebot für OberstufenschülerInnen zu erstellen, das auf den Zielen der Initiative 'Global Marshall Plan für eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft' basiert. Das Projekt zielt darauf ab, das Bewusstsein um die Herausforderungen bzgl. einer gerechteren und nachhaltigeren Welt zu stärken und auch Alternativen aufzuzeigen, zu diskutieren und Möglichkeit zur politischen Partizipation zu geben.
So wurden im Herbst 2005 österreichische Oberstufenschulen eingeladen, am Projekt zur Ausarbeitung einer Resolution bzgl. der Ziele des Global Marshall Plans (GMP) teilzunehmen.

Ausgangspunkt für die Teilnahme der Landwirtschaftsschule Schlierbacher war die sehr erfolgreiche, von der regionalen Agenda 21 des Bezirks Kirchdorf getragene Veranstaltung in Kirchdorf a. d. Krems zum Global Marshall Plan im April 2005 zum Thema 'Den Stein ins Rollen bringen'. Im Rahmen der weiterführenden Überlegungen erster Umsetzungsschritte wurde die Idee des Schulprojekts Youth@Visions.06 aufgegriffen.

Am Gymnasium Schlierbach gehört die Sensibilisierung der SchülerInnen gegenüber sozialen und ökologischen Themen zu den Unterrichtsprinzipien. U.a. gibt es auch eine Partnerschaft mit einer Schule in einem Elendsviertel von Jacobina im brasilianischen Bundesstaat Bahia. Darin hat sich die Klasse 7B schon über Jahre besonders engagiert. Als die SchülerInnen vom Projekt Youth@Visions.06 erfuhren, wollten sie daran unbedingt teilnehmen.

Mit den zwei Schlierbacher Schulen zusammen haben sich in Österreich insgesamt 15 Schulen gemeldet, um im Unterricht und unter Betreuung durch Südwind das Projekt in einer oder mehreren Klassen durchzuführen.


Ziele des Projekts

  • Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung bei Jugendlichen gegenüber gesellschaftsrelevanten Umweltthemen in lokaler, regionaler und globaler Hinsicht
  • Aufklärungsarbeit und Diskussionsforum für 'heiße Eisen' anbieten
  • Jugendliche durch Information, Diskussionen und Ideenaustausch zu eigener Meinungsbildung hinführen


Projektlaufzeit

Herbst 2005 bis Mai 2006


Finanzierung

Die Workshops sowie die Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten der SchülerInnen für den WS in Tulln wurden von der Projektleitung getragen.
Die Behandlung der Themen hat in den Unterrichtsstunden der jeweiligen Lehrperson stattgefunden, und die WS in Tulln und die Präsentation in Wien haben in der Freizeit der betroffenen KlassenvertreterInnen stattgefunden. Die Kosten für die Schlusspräsentation in Kirchdorf wurden aus dem Budget der Regionalen Agenda 21 getragen.


Ablauf des Prozesses

  • Herbst 2005: Workshop in jeder Schule zur Einführung in die Problematik und Themen des Global Marshall Plans (GMP) durch 2 Mitarbeiterinnen von Südwind.
  • In beiden Schulen werden anschließend in den entsprechenden Klassen die Themen des GMP wie Landschaft, Ernährung, Energie, Bildung, Gesundheit, Gerechtigkeit im Welthandel wie auch das Weltsozialforum mit dem betreuenden Lehrer bearbeitet, an der LFS im Fach Religion und am Gymnasium in Geschichte und Geografie.
    Jede Klasse hat so eine eigene Teilresolution ausgearbeitet.
  • März 2006: je 2 VertreterInnen der beteiligten Klassen nehmen an einem Wochenendeworkshop teil – zusammen mit den weiteren VertreterInnen der anderen teilnehmenden Schulen aus Österreich. An diesem WS werden die verschiedenen Teilresolutionen diskutiert und am Schluss in eine gemeinsame Resolution geführt.
  • Mai 2006: Die Resolution wird in Wien dem Umweltminister Pröll präsentiert und übergeben. Außerdem findet in Kirchdorf auch die Präsentation der Resolution für die Region statt, woran 2 Schlierbacher Schulen und die BBS Kirchdorf, die ebenfalls am gesamtösterreichischen Projekt Youth@Visions.06 beteiligt waren, teilnahmen.

Ergebnisse

Jede Klasse hat in Gruppenarbeiten eine Teilresolution erarbeitet. Die Teilresolutionen der Klasse 7B vom Gymnasium Schlierbach kann  hier (pdf, 20 kB) downgeloadet werden.

An der Winterakademie in Tulln ist aus den verschiedenen Klassenresolutionen eine gemeinschatliche  Resolution für eine gerechtere Zukunft (pdf, 380 kB) ausgearbeitet. Diese wurde am 3. Mai 2006 dem Lebensminister Pröll in Wien von einer Gruppe von SchülerInnen überreicht.

Am 10. Mai 2006 wurde das Projekt der Region im Rahmen einer Publikumsveranstaltung in der Aula in Kirchdorf präsentiert. Die SchülerInnen aller drei beteiligten Schulen haben das Projekt den Lehrkräften, Eltern und wichtigen Opinionleadern der Region sowie Multiplikatoren aus Wirtschaft, Landwirtschaft und Politik vorgestellt. Eine Trommlergruppe gestaltete das Rahmenprogramm und die HLW sorgte für Imbiss und Getränke.

Weiter wurde das Gemeinschaftsprojekt der 2 Schlierbacher Schulen zusammen mit der BBS Kirchdorf Anfang Juli 2006 für den Umweltschutzpreis 2006 des Landes Oberösterreich eingerreicht.


Schwierigkeiten und Erfolge

Schwierigkeiten bestanden in der zeitlichen Begrenztheit des Projektes. Die SchülerInnen hatten im Rahmen des Lehrplanes viel zu tun, so dass das Projekt zeitlich eingeschränkt werden musste.
Eine aktivere Betreuung durch die Projektorganisatoren hätte helfen können, das Projekt klarer zu strukturieren und besser in den Unterricht zu integrieren.

Die Erfolge lagen sicherlich darin, dass drei Schulklassen in der Region an wichtigen Fragen zusammen gearbeitet haben.
Der Meinungsbildungsprozess hat bei den Jugendlichen zu einer Vertiefung von Wissen und Erkenntnissen über globale ökologische und soziale Probleme geführt, und sie haben dabei auch die eigene Rolle reflektiert. Bei den Klassendelegierten hinterließ das Wochenende in Tulln einen positiven Eindruck, den sie auch an die Klassengemeinschaft weitergaben.


Fazit

Nach Abgabe der Resolution an Minister Pröll hat sich bei den SchülerInnen eine gewisse Unsicherheit eingestellt: Wozu war das nun gut und was wird mit der Resolution geschehen? So wünschen sich die SchülerInnen und LehrerInnen, dass Minister Josef Pröll in angemessener Zeit Rückmeldung zur Resolution geben würde. 'Damit würde er zur Verbesserung des Vertrauens der Jugendlichen in die PolitikerInnen beitragen und das politische Engagement fördern', äußert sich ein Lehrer. So ist ein wichtiges Fazit aus dem Projekt auch die Erkenntnis, dass man nicht alles der Politik überlassen darf, sondern die Unterstützung von Nicht-Regierungsorganisationen sehr wichtig ist.

Spaß gemacht hat das Projekt den SchülerInnen, weil sie das Thema interessant fanden und weil die Workshops eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag waren.


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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Kontakt:

Landwirtschaftliche Fachschule Schlierbach
Mag. Josef Preundler
 E-Mail

Altersgruppen:

15+


Umsetzungsvorschläge zum Thema Agenda 21:

 Eine gerechte Welt?