Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

"Es war einmal..." - und jetzt?!
Ein märchenhafter Rückblick in die Gegenwart

'Wir schreiben das Jahr 3000 ...' Wie jeden Freitag Abend erzählt Oma Grete ihren Enkeln auch diesmal von der Zeit, als die Welt noch in Ordnung war - damals, vor etwa 1000 Jahren, als die Kinder noch im Freien ohne Maske spielen konnten, weil die Luft nicht so verpestet war ... Die Menschen lebten wie im Schlaraffenland, sie aßen Lebensmittel aus allen Teilen der Erde, egal zu welcher Jahreszeit. Man konnte sich alles leisten, alles genießen. Leider achteten die Menschen damals kaum darauf, dass die Lebensmittel auch natürlich hergestellt würden und dachten nicht über die Folgen nach, die sich für die Umwelt ergaben ... Einige aßen in jenen Tagen auch schon Lebensmittel aus ökologischem Anbau und artgerechter Tierhaltung ... Diese Waren wurden in der unmittelbaren Nähe, das heißt regional produziert, ohne lange Transportwege...'.
Auszug aus dem Märchen (Copyright bei den SchülerInnen)
Aus dem Schulprojekt 'Essen wir unser Klima auf' an einer HLW in Oberösterreich.

Zusammenfassung und Überblick

Globales Denken und lokales Handeln standen im Zentrum des Projekts. Die Thematik 'Essen und Klima' und insbesondere die globalen Auswirkungen des Konsums haben die Schülerinnen sehr beschäftigt. Zunächst setzten sie sich mit biologischem Landbau, gerechtem Handel, regionaler Vermarktung und gesunder Ernährung auseinander. Sie wollten ein Projekt entwickeln, das auch andere zum Nachdenken anregt. Zwei Medien erschienen ihnen dafür besonders geeignet zu sein: Sprache und Bild. Sie entschlossen sich daher ein kurzes Märchen zu schreiben und mit passenden Bildern zu unterlegen.
Die Ergebnisse wurden dann am Tag der offenen Tür der HLW am ÖKO-Stand präsentiert. Dort wurde den 730 BesucherInnen gleichzeitig auch die Möglichkeit geboten, sich einem Öko-Check zu unterziehen und einem ebenfalls selbst gestalteten Öko-Einkaufsführer wichtige Informationen zu entnehmen.
So konnten die Iritationen, die das Märchen bei den BesucherInnen vielleicht ausgelöst hatte, durch gemeinsame Reflexion und vor allem auf sehr praktischer und realitätsnaher Ebene behandelt werden und positive Spuren hinterlassen.


Mit Märchen Kreativität fördern

Märchen fördern die Kreativität von Kindern, sie können darin verschiedene Rollen einnehmen, Visionen von anderen Orten, Zeiten, Situationen entwickeln und daraus Leitlinien für alternative Handlungsmöglichkeiten ableiten.

Da können Geschichten erzählt werden, die vielleicht oder hoffentlich nicht wahr werden, aber auch ebensolche, die hoffentlich wahr werden, die - und sei es auch ein wenig überzeichnend - eine positive Vision aufzeigen. All diese Varianten sollen unsere gegenwärtigen Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft verdeutlichen.

Als Alternative zu Märchen empfiehlt die bekannte Umweltpädagogin und Autorin Ulrike Unterbruner sog. 'geleitete Phantasie-Reisen' und betont deren positiven Beitrag zur Bewältigung von Umweltängsten bei Kindern und Jugendlichen.

Zum Weiterlesen

Poitner, Alfred: Umweltschutz und Märchen (Schneider Verlag, Hohengehren)
Knoch, Linde: Praxishandbuch Märchen - verstehen, deuten, umsetzen (Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh)


Dieses Projekt wurde uns von ÖKO-FIT zur Verfügung gestellt.


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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