Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Top Internat – g’sund leben

Idee

Wir gestalten unsern Lern- und Lebensraum selbst! Gesagt, getan – die Schüler der Landwirtschaftlichen Fachschule Edelhof planten die Renovierung ihres Internatsturmes und diskutierten ihre Ideen und Vorschläge mit ExpertInnen.

Umsetzung

Zur selben Zeit als sich die Schüler im Ökologieunterricht mit den Themen nachhaltige Entwicklung und Klimabündnis, Energiesparen, nachhaltiges Wirtschaften und Bauen mit Holz beschäftigten, erhielt die Schule von der niederösterreichischen Landesregierung die Bewilligung für die Renovierung des Burscheninternates – den so genannten „Turm“.
So entstand die Idee zur Beteiligung der Schüler bei der Gestaltung ihres Lern- und Lebensraumes.
Zunächst erhoben die Schüler der drei Abschlussklassen in Gruppen den IST-Zustand des Burscheninternats. In weiterer Folge entwickelten sie Ideen und erarbeiteten Vorschläge für die Renovierung des Turms. Ihre Vorschläge waren äußerst kreativ und vielseitig. Sie reichten von dem Wunsch, das Flachdach des Turms durch einen Wintergarten aus Holz zu ersetzen, über eine Hackschnitzelheizung und eine Brauchwasserleitung bis zu detaillierten Empfehlungen für Fensterisolierungen oder Wandfarben.
Das LehrerInnenteam zog externe ExpertInnen der Umweltberatung Zwettl, der EVN sowie Architekten und Ziviltechniker hinzu. Um die ExpertInnenvorträge in den Unterricht zu integrieren, wurden entweder Stunden vertauscht oder „Randstunden“ verwendet, sodass keine großen Umstellungen im Stundenplan erforderlich waren.
Nach den Inputs formulierten die Schüler ihre Vorschläge aus und fassten sie in einer Mappe zusammen, die an das Planungsteam der niederösterreichischen Landesregierung übergeben wurde.
Nach Anhörung von ExpertInnen entschied sich die NÖ Landesregierung allerdings für einen Neubau, da sich eine Renovierung „nicht auszahlen würde“. Bei den Baubesprechungen in St. Pölten und Edelhof wurden die Schülerideen aufgegriffen. Der Niedrigenergiegedanke, alternative Baustoffe und Photovoltaik scheiterten jedoch am Budget, einen verstärkten Holzeinsatz verhinderte die niederösterreichische Bauordnung.

Hintergrund

Sachbeschädigungen in Schulen und Internaten sind keine Seltenheit. Sie reichen vom Beschriften oder Bemalen bis zur sinnlosen Zerstörung. Auslöser können unschöne, fade Schul- und Internatsräume, -gebäude und Freiflächen sein. Viele genügen auch den Bedürfnissen von SchülerInnen nicht. Auch hier kann die Beteiligung der SchülerInnen eine Lösung sein. Denn viele Studien beweisen, dass die Einbeziehung der Jugendlichen und Kinder in die Gestaltung das beste Mittel gegen Vandalismus und Zerstörung ist.

Lesen Sie hier mehr zur Methode:  Befragung von ExpertInnen

Kooperationspartner

Umweltberatung Zwettl
EVN
Ziviltechniker
2 Architekten
Zuständiger der Bauabteilung vom Land NÖ


Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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