Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Zeitungsanalyse am Beispiel Feinstaub

Feinstaub: Fahrverbote kosten 8,8 Millionen

Feinstaub-Fahrverbot für Diesel-Stinker beschert Öffis im Raum Graz 116.000 Passagiere mehr. Verkehrslandesrätin startet Winterfahrplan.

Der erste Feinstaub-Winter mit Fahrverbotstagen für Diesel-Pkw ohne Filter steht dem Großraum Graz ins Haus. Und auch wenn die organisatorische Abwicklung noch nicht in allen Details am Tisch liegt, machte am Mittwoch Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder den Grazern und Pendlern einmal ein erstes Angebot: 'Wir haben im Budget umgeschichtet und zwei Millionen Euro für einen Winterfahrplan aufgestellt.'

Durch Taktverdichtungen sollen Pendler aus allen Himmelsrichtungen auf Bus oder Schiene besser in die Landeshauptstadt kommen. Dass könne nur ein erster Schritt sein, warnt die Landesrätin: 'Wir können an den Fahrverbotstagen nicht alles so bewältigen, wie es sich die Menschen erwarten.' Müssen Diesel-Stinker stehen bleiben, kommt auf Bus und Bahn eine Passagierlawine zu. Laut Studie des Landes muss der öffentliche Verkehr in Graz bis zu 250.000 Fahrten (normal sind es täglich 170.000) bewältigen, über die Stadtgrenze sind es mit 79.000 um rund 34.000 mehr.

Dabei stoßen die Öffis zur Frühspitze jetzt schon an die Auslastungsgrenzen. Aus den Regionen müssten 160 Busse mehr nach Graz geführt werden. Insgesamt braucht es am Stadtrand und am Rand des Sanierungsgebietes 9000 Park+Ride-Plätze plus Shuttlebusse. Alles werde heuer nicht zu schaffen sein. Die Gesamtkosten der Begleitmaßnahmen für Fahrverbote liegen (ohne Winterfahrplan) liegen bei 8,8 Millionen Euro, so Edlinger Ploder. Geld, dass SP- Umweltlandesrat Manfred Wegscheider aufstellen müsse, der auf die Fahrverbote dränge. 'Damit lässt sich laut der Arbeitsgruppe im Land eine Feinstaub-Reduktion von vier Prozent erzielen', so Edlinger-Ploder.


Quelle

Kleine Zeitung Online-Ausgabe, 30. August 2006
 
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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