Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Möglichkeiten und Grenzen der Sprechmühle

Was genau ist eine Sprechmühle?

Eine 'Sprechmühle' ist eine ganzheitliche Methode zur themenbezogenen Selbstdarstellung in Gruppen. Sie ist gut geeignet, einander fremde Personen in sachbezogene Zweiergespräche zu verwickeln. Sie funktioniert aber auch gut in Gruppen, die sich schon lange kennen. Die Übung trägt zum Aufbau eines konstruktiven Lern- und Arbeitsklimas bei. Dies setzt jedoch voraus, dass die inhaltlichen Fragen zielbezogen ausgewählt wurden und dass die Übung mit viel Einfühlungsvermögen für die TeilnehmerInnen inszeniert wird.

Die Stärke dieser Methode ist zugleich ihre Schwäche: Nur jeweils zwei Menschen erfahren voneinander, welche Einstellung sie zu der vorgegebenen Frage haben. Dies schafft Sicherheit durch die relative Intimität der Gesprächssituation, macht es aber auch schwieriger, in der nachfolgenden Unterichts- bzw. Seminarphase an die Ergebnisse dieser Zweiergespräche anknüpfen.
 

Was kann mit der Methode ereicht werden und wo sind ihre Grenzen?

Bei der Methode können 15 und mehr TeilnehmerInnen mitmachen. Die Übung benötigt 15-25 Minuten Zeit, exclusive Nachbesprechung, und hat zum Ziel die Beteiligten durch ausgewählte Fragen für ein Thema zu sensibilisieren. Eine Weiterführung und Aufarbeitung der Aussagen ist aufgrund der „intimen Gesprächsführung“ nicht immer leicht, kann aber durch gezielte Schritte gefördert werden.

 

Ziele der Sprechmühle

  • Die Übung dient der Sensibilisierung gegenüber dem durch die Fragen der SpielleiterIn definierten Thema.
  • Die Übung kann genutzt werden um Vorkenntnisse und Einstellungen der Teilnehmerinnen wachzurufen.
  • Die Methode ist nicht dafür geeignet, neues Wissen zu vermitteln.
  • Die Übung ermöglicht es den Teilnehmerinnen, im Schutz des Zweiergesprächs 'auf Probe' zu argumentieren, ohne dass sofort die gesamte Gruppe zuhört. Dies hat Vorteile, aber auch den Nachteil, dass die SpielleiterIn und die anderen Mitglieder der Gesamtgruppe nicht wissen, was gesprochen wurde.
  • Die Übung kann genutzt werden um heikle, ja tabuisierte Themen doch noch diskutierbar zu machen, weil jede TeilnehmerIn im Schutze der Zweierbeziehung entscheiden kann, ob und wieweit sie auch zu sehr persönlichen Aspekten der Frage Stellung nimmt. Bei heiklen Themen kann es sinnvoll sein, dass die SpielleiterIn vor Beginn der Übung alle TeilnehmerInnen bittet, die Vertraulichkeit der Zweiergespräche zu wahren.



Quelle

 Carl von Ossietzky Universität Oldenburg - Sprechmühle
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-06

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