Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Mehrpunktentscheidung

Foto: www.schule-der-rethorik.de
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Es soll zwischen mehreren Vorschlägen entschieden werden. Alle erhalten zur Abstimmung mehrere Punkte, die nun verteilt werden. Es ist auch möglich, die Punkte nur einem einzigen Vorschlag zuzuordnen. Die Reihenfolge der Prioritätensetzung und Gewichtung unter den Teilnehmenden wird so gut sichtbar.
 


Durchführung

Dieses Abstimmungsverfahren eignet sich für alle Situationen, in denen schnell und demokratisch eine Entscheidung getroffen werden muss, sei es für eine Idee, einen Lösungs- oder Themenvorschlag. Die Methode kann sowohl zum Abschluss als auch zur Einleitung eines Arbeitsschrittes verwendet werden.
  • Die Ideen, Lösungs- oder Themenvorschläge wurden gesammelt, diskutiert und auf Moderationskarten oder direkt in Stichworten oder Schlagworten auf einen Papierbogen geschrieben. Jede/r sollte wissen, was mit den Schlagworten gemeint ist.
  • Die Lehrkraft verteilt nun an alle Klebepunkte.
  • Die Lehrkraft formuliert nun das Kriterium oder die Leitfrage, nach dem die Entscheidung gefällt werden soll.
    Beispiele: „Welche Themen sind mir am wichtigsten?“
    „Welche Themen können wir am schnellsten oder am einfachsten
    bearbeiten?“ oder „Welche Vorschläge sollten zuerst verwirklicht
    werden?“
    Es ist wichtig, die Frage eindeutig zu formulieren und sie zu
    visualisieren. Am besten wird sie auf einen Papierstreifen oder direkt
    auf den Papierbogen über die verschiedenen Vorschläge geschrieben.
  • Nun erklärt Die Lehrkraft das Verfahren: Sie bittet die SchülerInnen, sich die Vorschläge noch einmal anzuschauen und in Bezug auf die Leitfrage gegeneinander abzuwägen. Anschließend kleben alle ihre Punkte. Dabei muss man nicht jeden Punkt auf einen unterschiedlichen Vorschlag kleben. Es ist auch möglich, mehrere oder gar alle Punkte auf einen Vorschlag zu kleben („Ich entscheide mich eindeutig für diesen Vorschlag!“)
  • Wenn alle Beteiligten ihre Punkte verteilt haben, werden sie für jeden Vorschlag ausgezählt und auf dem Plakat bzw. der entsprechenden Moderationskarte notiert.
  • Nun wird an den Rand die Rangfolge notiert (welcher Vorschlag hat die meisten Punkte? usw.). Dies ist vor allem dann notwendig, wenn z.B. die ersten drei Vorschläge realisiert oder die ersten drei Themen bearbeitet werden sollen.
  • Nun können sich Auswertung und Diskussion anschließen.

 


Tipp

Es empfiehlt sich, die Vorschläge in Form einer Tabelle untereinander oder nebeneinander und durch Linien getrennt zu visualisieren, damit die Zuordnung der Klebepunkte eindeutig ist.
Zur Anzahl der Klebepunkte: Für die Mehrpunktentscheidung hat es sich bewährt, mindestens drei Klebepunkte pro Person zu verteilen, aber höchstens so viele Punkte, wie die Hälfte der Anzahl der Wahlmöglichkeiten (z.B.: 10 Vorschläge = 5 Klebepunkte pro SchülerIn)

Mehr zu dieser Methode lesen Sie hier:  Infostelle Kinderpolitik



Ein Beispiel für Punktabfragen

Die SchülerInnen sollen nach Maßgabe eines Rasters einschätzen und angeben, in welchem Maße sie im Untericht mündlich mitarbeiten. Dabei können sie zwischen regelmäßig, häufig, gelengtlich, selten oder nie auswählen. Sie sollen sich auf diese Weise die Ist-Situation in der Klasse klarmachen und durch das Ankleben roter Signalpunkte einen anschaulichen Klassenspiegel erstellen, der Anstoß für (selbst-)kritische Gespräche ist.
 

Zum Weiterlesen

Brunsemann, Claudia; Stange, Waldemar; Tiemann, Dieter
Mitreden – mitplanen – mitmachen
Dt. Kinderhilfswerk, Berlin [u.a.] 1997, 207 S., EUR 8,-
Zu beziehen unter www.kinderpolitik.de
Deutsches Kinderhilfswerk
Zuletzt aktualisiert: 2012-06-05

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Allgemeine Informationen:

Dauer: 1 Stunde
Gruppengröße: mehr als 20
Moderator: nein
Finanzieller Aufwand: keiner
Technischer Aufwand: gering

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